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Versandapotheke Zur Rose ist Pharmasuisse ein Dorn im Auge

Der Schweizerische Apothekerverband Pharmasuisse geht juristisch gegen die Versandapotheke Zur Rose vor. Die Klage beim Departement für Finanzen und Soziales des Kantons Thurgau richtet sich gegen den Versandhandel mit nicht rezeptpflichtigen Medikamenten.

Walter Oberhänsli, Chef der Versandapotheke mit Sitz in Frauenfeld, bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Bericht des "SonntagsBlicks". Mit dem Verschicken von nicht rezeptpflichtigen Arzneien begonnen hat Zur Rose Anfang Jahr - sehr zum Ärger der traditionellen Apotheken. Für Pharmasuisse ist beim Postversand laut Argumentarium auf der Internetseite wegen fehlender Fachberatung der Patientenschutz nicht mehr gewährleistet.

Der Versandhandel mit Medikamenten ist eigentlich verboten. Liegt allerdings ein Rezept eines Arztes vor, erlaubt das Gesetz das Verschicken der Pillen, Pülverchen und anderen Formen von Arzneimitteln ausdrücklich. Wer bei der Ostschweizer Versandapotheke nicht rezeptpflichtige Medikamente bestellt, muss daher einen Fragebogen zu Handen eines Arztes ausfüllen, der anschliessend das erforderliche Rezept ausstellt.

Laut Oberhänsli wurde der Versand der nicht rezeptpflichtigen Medikamente vorerst mit Kunden getestet, die sich bereits rezeptpflichtige Produkte per Post zukommen lassen. Die Erfahrung in Deutschland, wo der Versand rezeptfreier Arzneien bereits seit sechs Jahren möglich sei, zeige allerdings deutlich, dass das für die Schweiz neue Angebot einem Kundenbedürfnis entspreche.

Die Versandapotheke Zur Rose sieht denn auch keinen Grund, das Angebot aufgrund der Klage von Pharmasuisse einzustellen. "So lange nicht ein Gericht sagt, unsere Tätigkeit sei illegal, bleibt das Angebot bestehen", sagte Oberhänsli. Der Chef der Versandapotheke fühlt sich zudem auf der sicheren Seite, da man vor dem Start des Angebots juristische Abklärungen getroffen und Vorabklärungen bei den zuständigen kantonalen Ämtern durchgeführt habe.

Die Versandapotheke Zur Rose hat im vergangenen Jahr in Deutschland, Österreich, Tschechien und der Schweiz einen Umsatz von insgesamt knapp 490 Mio. Fr. erzielt und einen Gewinn von 3,6 Mio. Fr. erwirtschaftet.

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