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Santiago de Chile - Die Bohrung eines Rettungsschachts für die 33 in einem chilenischen Bergwerk eingeschlossenen Kumpel ist am Mittwoch (Ortszeit) vorübergehend unterbrochen worden. Wegen einer Gesteinsspalte mussten die Schachtwände mit Zement befestigt werden. Die Bohrung konnte aber wenig später fortgesetzt werden.
Zu der in 700 Meter Tiefe gelegenen Rettungskammer wird seit Montag ein neuer Schacht gebohrt, über den die seit einem Monat eingeschlossenen Kumpel ans Tageslicht gelangen sollen. Ein riesiger Bagger hat sich bisher auf eine Tiefe von 30 Metern vorgekämpft.
An diesem Donnerstag soll zudem ein zweiter Bohrer bei der Mine San José in der Atacama-Wüste eintreffen. Er soll einen zweiten Rettungsschacht bohren, durch den man nach Hoffnung der Rettungsexperten eventuell schon früher zu den Verschütteten vordringen könnte.
Am Mittwoch erhielten die 33 verschütteten Bergarbeiter ihre erste warme Mahlzeit. Die Rettungskräfte liessen ihnen Hackfleisch mit Reis und zum Dessert Kiwis hinunter.
Um für die Kumpel so etwas wie Alltag unter Tage zu schaffen, wollen die Helfer nach Angaben von Gesundheitsminister Jaime Mañalich mit Hilfe von Lampen Tag- und Nachtverhältnisse simulieren.
Damit die Bergarbeiter wieder ein Gefühl für Tag und Nacht bekommen, sollen auf Anraten der vier NASA-Experten vor Ort Energiegeräte und Lampen in die Gold- und Kupfermine am Rande von Copiapo in der Atacama-Wüste im Norden Chiles hinuntergelassen werden, wie Gesundheitsminister Mañalich ankündigte.
"Das Wichtigste, was wir aus psychologischer Sicht nun machen, ist, dass wir Tag und Nacht simulieren und den Platz, auf dem sie leben, in Zonen einteilen."
Für die eingeschlossenen Kumpel beginnt jeder Tag früh um 7.30 Uhr. Nach dem Frühstück mit Sandwiches und Joghurt räumen sie auf, bevor sie über die Gegensprechanlage medizinisch beraten oder von ihrem Anführer Luis Urzua auf den neuesten Stand der Rettungsarbeiten gebracht werden.
Nach dem Mittagessen stehen Gruppendiskussionen an. Dann ist Zeit für die Post. Abendessen gibt es um 20 Uhr; Schlafenszeit ist zwischen 22 und 23 Uhr.
Auch Gebete und Sport sind auf dem Tagesplan vorgesehen. Vor allem mit Entspannungs- und Kräftigungsübungen müssten sich die Bergarbeiter auf ihre Rettung vorbereiten, sagte der leitende Psychologe Alberto Iturra der Nachrichtenagentur AFP.
Sie sollen einzeln in einer Gondel über einen derzeit in Arbeit befindlichen Rettungsschacht wieder ans Tageslicht gebracht werden. Diese Fahrt dauert bis zu zwei Stunden pro Person.

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SDA-ATS