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Physioswiss, der Schweizer Physiotherapieverband, hat den Tarifvertrag mit den Krankenkassen gekündigt. Damit tritt ab dem 1. Juli ein vertragsloser Zustand ein. Die Physiotherapeuten verlangen, dass der Taxpunktwert um 20 Prozent erhöht werde. Dieser sei seit 13 Jahren nicht mehr angepasst worden.

Seither müssten die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten jedes Jahr einen Reallohnverlust in Kauf nehmen, beklagt der Branchenverband physioswiss. Die seit 1999 aufgelaufene Teuerung beträgt gut 10 Prozent.

Tarifsuisse, die über zwei Drittel der Krankenkassen vertritt, weigert sich jedoch, den Physiotherapeuten entgegenzukommen. Diese hätten in den letzten fünf Jahren 16 Prozent mehr Leistungen verrechnet, schreibt die Tochtergesellschaft des Krankenkassendachverbands santésuisse in einer Mitteilung.

Eine Erhöhung des Taxpunktwerts um 20 Prozent würde die Prämienzahler zusätzliche 110 Millionen Franken pro Jahr kosten. Jürg Reust von santésuisse wies gegenüber der Nachrichtenagentur SDA darauf hin, dass die Physiotherapeuten gemäss einer Erhebung auch zunehmend ineffizient organisiert seien. Seiner Meinung nach müssten sie den Reallohnverlust mit einer besseren Auslastung ihrer Infrastruktur wettmachen können.

Der vertragslose Zustand hat zur Folge, dass die Physiotherapeutinnen und -therapeuten nicht mehr mit den Kassen direkt abrechnen, sondern ihre Rechnungen den Patienten nach Hause schicken (Tiers garant). Die Kassen können jedoch die Vergütung von einseitig veranlassten Tariferhöhungen ablehnen und sich auf die bisherigen Tarife abstellen.

Eine Lösung erhofft sich physioswiss vom Bundesrat. Die Organisation fordert von ihm nicht nur die Erhöhung des Taxpunktwerts, sondern gleich eine neue Tarifstruktur.

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SDA-ATS