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Die Schweizer Ruderer steigen mit einigen Medaillenkandidaten in die Europameisterschaften von Donnerstag bis Sonntag in Glasgow. Angeführt wird das Aufgebot von Skiff-Weltmeisterin Jeannine Gmelin.

Gmelin ist seit dem 5. Rang an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro ungeschlagen. Dennoch fehlt der 28-jährigen Ustermerin EM-Gold im Palmarès, musste sie doch vor einem Jahr wegen einer Rippenverletzung Forfait erklären. Auch 2016 verpasste sie die kontinentalen Titelkämpfe, nachdem sie 2015 in Poznan mit EM-Silber ihre erste internationale Medaille gewonnen hatte.

Gmelin, einst für Einsätze auf internationalem Niveau für zu wenig gut befunden, hat eine Entwicklung hinter sich, die selbst sie überrascht. Mit einer Grösse von 1,71 m und einem Gewicht von 70 kg sind ihre Masse alles andere als ideal für das Rudern. Sie trotzte allerdings den Widerständen und ist mittlerweile der beste Beweis dafür, was mit Beharrlichkeit und Perfektionismus erreicht werden kann.

Die Chancen auf den EM-Titel sind insofern gestiegen, als mit der Irin Sanita Puspure und der britischen Vorjahressiegerin Victoria Thornley zwei Medaillenkandidatinnen kurzfristig die Teilnahme abgesagt haben. Puspure hatte Gmelin am Weltcup-Final Mitte Juli in Luzern alles abverlangt. Thornley gewann sowohl in Rio de Janeiro als auch an den letztjährigen Weltmeisterschaften die Silbermedaille.

Schmid startet als Titelverteidiger

Neben Gmelin dürfen sich vier weitere Schweizer Boote Hoffnungen auf einen Podestplatz machen. Michael Schmid tritt im nicht-olympischen Leichtgewichts-Einer als Titelverteidiger an und kann sich gute Chancen auf einen weiteren Triumph ausrechnen. Jedenfalls war der 30-jährige Luzerner auf dem Rotsee eine Klasse für sich und distanzierte die Konkurrenz um drei Sekunden und mehr. Er musste sich in dieser Saison nur zweimal dem Deutschen Jason Osborne geschlagen geben, der in Glasgow wie schon in Luzern nicht gemeldet ist.

Roman Röösli stand vor einem Jahr als Dritter ebenfalls auf dem EM-Podest, allerdings im Doppelzweier zusammen mit Barnabé Delarze. Diesmal startet der 24-jährige Luzerner wie erhofft im Skiff, in dem er in Belgrad als Zweiter mit einem Rückstand von bloss 77 Hundertsteln auf den fünffachen Weltmeister Ondrej Synek aus Tschechien überzeugt hat. In den folgenden beiden Weltcup-Regatten bildete er mit Nico Stahlberg ein Boot. Das Duo belegte zweimal Rang 3.

Stahlberg rudert in Glasgow mit Delarze. Letzterer hatte den Saisonstart wegen Rückenbeschwerden verpasst, unterstrich aber auf dem Rotsee mit Platz 5 im Einer, dass er den Rückschlag gut verkraftet hat. Stahlberg und Delarze bilden erstmals im Doppelzweier ein Team, verfügen aber über viel gemeinsame Erfahrung im Doppelvierer. Mit den beiden dürfte in Schottland zu rechnen sein. Jedenfalls hinterliessen sie im Trainingslager in Varese einen guten Eindruck.

Auch Patricia Merz, vor einem Jahr EM-Bronzemedaillengewinnerin im Leichtgewichts-Einer, und Frédérique Rol können im Leichtgewichts-Doppelzweier auf einen Podestplatz schielen. In Luzern schafften die beiden 25-Jährigen als Dritte zum ersten Mal gemeinsam auf Weltcup-Stufe den Sprung in die Top 3. Entsprechend gross ist der Glauben in die eigenen Stärken. Allerdings fehlten auf dem Rotsee drei starke europäische Boote. Insofern muss vieles passen, damit der Traum von einer Medaille Realität wird.

Insgesamt ist die Schweiz in Schottland mit acht Booten vertreten. Mario Gyr, Olympiasieger im Leichtgewichts-Vierer, verzichtete aus persönlichen Gründen auf eine EM-Teilnahme. Der 33-jährige Luzerner hatte Ende Juni in Linz-Ottensheim zusammen mit Paul Jacquot im Zweier ohne das Comeback gegeben.

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SDA-ATS