Navigation

Waffe wegschliessen laut Polizei "unrealistisch"

Dieser Inhalt wurde am 11. Mai 2010 - 12:06 publiziert
(Keystone-SDA)

Otelfingen/Zürich - Im Oberstufenschulhaus von Otelfingen im Zürcher Unterland wurden rund 120 Schüler gefragt, wer alles Zugang zu einer Waffe habe. Das Resultat: Jeder Dritte könnte sich problemlos eine besorgen. Die Hälfte davon wüsste zudem, wo die passende Munition liegt.
In einer 1. Oberstufenklasse war das Resultat für das Lehrerteam besonders beunruhigend: Dort wussten 13 von 17 Schülern, wo sie eine Waffe finden würden. 7 davon hätten auch problemlosen Zugang zur Munition. Die Umfrage wurde schriftlich und anonym durchgeführt.
Der Sozialarbeiter des Schulhauses, der unter anderem für die Gewaltprävention zuständig ist, bestätigte auf Anfrage eine entsprechende Meldung des "Tages-Anzeigers". Er habe die Umfrage lanciert, sagte er. Als die Resultate vorgelegen hätten, sei man im Lehrerteam darüber erschrocken, wie leicht die Jugendlichen an eine Waffe gelangen könnten.
Nicht immer seien es aber Dienstwaffen, die zuhause frei zugänglich seien. Oft hätten die Jugendlichen auch Zugang zu Sportwaffen, beispielsweise bei den Grosseltern.
Das Lehrerteam wandte sich daraufhin an den Jugenddienst der Kantonspolizei Zürich und verfasste auf dessen Rat hin einen Brief an die Eltern. Darin weisen die Lehrer auf Amokläufe an deutschen Schulen hin und ermahnen die Eltern, Waffen künftig unerreichbar in einem abschliessbaren Schrank aufzubewahren.
Für die Kantonspolizei kommen diese Resultate nicht überraschend. Jeder Wehrpflichtige habe nun mal eine Waffe zuhause, sagte Polizeisprecher Martin Sorg auf Anfrage. In jeder anderen Gemeinde sähen die Zahlen wohl ähnlich aus.
Die Bitte an die Eltern, die Waffen wegzuschliessen, bezeichnet er als "unrealistisch." In einer Wohnung sei dies aus Platzgründen oft gar nicht machbar.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?