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Franzosen bei der Präsidentenwahl in Genf am 7. Mai: Am kommenden Sonntag sind die Franzosen wieder zur Urne gerufen. Gewählt wird die Vertretung der Ausland-Franzosen in der Schweiz und Liechtenstein. (Archivbild)

KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI

(sda-ats)

Nicht weniger als 14 Kandidaten kämpfen am kommenden Sonntag um den einen Sitz im französischen Parlament, den die Franzosen in der Schweiz und in Liechtenstein besetzen können. Die Bisherige Claudine Schmid muss dabei auch gegen die Macron-Begeisterung antreten.

Die Franzosen in der Schweiz konnten erstmals 2012 einen Vertreter ins Parlament wählen. "Das ist ein Vollzeitjob", sagt Claudine Schmid, die den Posten innehat, der Nachrichtenagentur sda. Die Rolle des Abgeordneten aus dem Ausland erlaube es, spezifische Probleme aufzuzeigen.

Die Zürcherin ist seit dem 8. Mai im Wahlkampf unterwegs in der ganzen Schweiz. Auch wenn die Franzosen hierzulande traditionell rechts wählen würden, sieht sich die Republikanerin nicht in der Favoritenrolle: "Man greift stets die Amtierenden an und interessiert sich für das Neue", begründet Schmid.

Und der "Neue" im Wahlkampf heisst Joachim Son-Forget, der die Bewegung "La République en Marche" von Präsident Emmanuel Macron vertritt. Seit der Präsidentschaftswahl sei "die Begeisterung viral", sagt Son-Forget: "Wir haben viel mehr Menschen bei unseren Sitzungen und über 1800 Beitritte."

Zurückhaltender Front National

Auch die Linke ist längst im Wahlkampf angekommen mit der Allianz aus Sozialisten (PS), Grünen (EELV) und der Bewegung "Demain en commun", die sich hinter den Genfer Grünen-Politiker Jean Rossiaud stellt. Dieser beklagt allerdings, dass die Vertreter der Linksextremen seine Kandidatur nicht unterstützen.

So hat es die linke Bewegung "La France insoumise" (Das unbeugsame Frankreich) um Jean-Luc Mélenchon vorgezogen, ihre eigene Kandidatin aufzustellen: Emmanuelle Boudet. "Wir wollten mit der Bewegung präsent bleiben und auf den guten Resultaten der Präsidentschaftswahl aufbauen", sagt die 30-jährige Französischlehrerin. Sie bleibe aber offen für Diskussionen mit Rossiaud.

Stille herrscht dagegen auf der anderen Seite des Parteienspektrums. Der Front National hat einen schüchternen Start in den Wahlkampf hingelegt. Eine Parteiversammlung sei noch nicht vorgesehen, sagt Kandidat Jean-Claude Marchand. Die Kampagne finde vornehmlich im Internet statt, insbesondere in Form von Werbemails, und stütze sich vor allem auf "treue Wähler".

Steuern omnipräsent

Im Grossen und Ganzen stimmen die Programme der Kandidaten mit jenen der Parteien überein, denen sie nahestehen. Auffällig ist dabei, dass das Thema Steuern bei den Franzosen in der Schweiz omnipräsent ist. Dieses Dossier will auch die Abgeordnete Schmid im Falle eines Wahlsiegs wieder aufnehmen. Sie setze sich gegen Sozialabgaben für im Ausland lebende Franzosen ein.

In diesem Punkt stimmt auch Joachim Son-Forget mit der Amtsinhaberin überein. Er betont zudem, dass es nötig sei, Hilfeleistungen für bedürftige Franzosen zu verbessern.

"Wir sind gegen die Doppelbesteuerung von Personen und Unternehmen", sagt auch Rossiaud. Sein wichtigstes Anliegen sei es freilich, "das System in Frankreich zu ändern. Wir müssen uns von der Schweiz inspirieren lassen, mit mehr Dezentralisierung, dem Recht auf Volksinitiativen und Referenden sowie einem Proporz-System".

Dieser Ansicht ist auch die Bewegung "La France insoumise", die das politische System in Frankreich genauso überdenken will wie den Arbeitsmarkt. Kandidatin Boudet spricht zudem darüber, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich zu vertiefen. Beide Länder könnten voneinander lernen.

Schwindende Solidarität mit Landsleuten

Beim Front National basiere die Wahlkampagne vor allem auf der Idee, dass der FN die einzige Opposition sei, sagt Kandidat Marchand. Er erinnert daran, dass die Franzosen in der Schweiz im Vergleich zu jenen in "Hénin-Beaumont oder den Vororten im Norden von Marseille" in einer weitaus komfortableren Lage seien. Ihre Solidarität mit den Landsleuten zu Hause gehe mehr und mehr verloren, beklagt er.

Die Parlamentswahlen finden am 4. Juni statt. Wenn keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erreicht, kommt es am 18. Juni zu einer zweiten Runde.

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SDA-ATS