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Eine bei einem Volleyballspiel der iranischen Nationalmannschaft in Teheran inhaftierte junge Iranerin ist nach Angaben ihrer Familie zum zweiten Mal in einen Hungerstreik getreten. Ihr Bruder Iman Ghawami sagte am Montag seine Schwester Ghontscheh Ghawami verweigere seit Samstag jede Nahrung und trinke auch nichts mehr.

Die 25-Jährige protestiert demnach mit der Aktion gegen ihre Inhaftierung ohne jede offizielle Begründung. Ihr Bruder Iman sagte die Ermittlungen gegen seine Schwester seien abgeschlossen und eine Entscheidung gefallen.

Das Urteil sei aber nicht öffentlich gemacht worden, daher hätten die Behörden "keine rechtliche Basis, um sie zu inhaftieren". Ghawami war erstmals im Juni festgenommen worden, als sie sich mit ihren Freundinnen ein Spiel der Volleyball-Nationalmannschaft ansehen wollte.

Da Zuschauerinnen im Iran zu Sportveranstaltungen mit Männern nicht zugelassen sind, wurden die Frauen festgenommen und dann wieder freigelassen. Als Ghawami wenige Tage später bei der Polizei ihre Papiere abholen wollte, wurde sie erneut inhaftiert.

Laut Staatsanwaltschaft hatte die Verhaftung nichts mit dem Volleyballspiel zu tun. Aber eine andere Anklage wurde auch gegenüber dem Anwalt nicht bekanntgegeben. Ghontscheh Ghawami hat auch einen britischen Pass, doch die doppelte Staatsangehörigkeit wird im Iran nicht anerkannt.

Verurteilung ohne Angabe von Gründen

"Wir sind besorgt über die Grundlagen für diese Anklage, die Verhandlungsführung und die Behandlung von Miss Ghawami in der Haft", sagte eine Sprecherin des Aussenministeriums in London. Amnesty International sprach von einem "erschreckenden Urteil" und forderte die sofortige Freilassung der Frau, die einen Wohnsitz in London hat.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die junge Frau ohne Angabe von Gründen zu einem Jahr Haft verurteilt wurde. Zuvor hatte sie bereits 126 Tage im berüchtigten Ewin-Gefängnis in Teheran verbracht, davon laut ihrer Familie 41 Tage in Einzelhaft.

Im September hielt sie deshalb schon einmal einen Hungerstreik ab. Der Fall der jungen Frau hatte Menschenrechtsaktivisten zutiefst empört und sogar den britischen Premierminister David Cameron auf den Plan gerufen.

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SDA-ATS