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Weiter mehr als 90'000 Menschen in Japans Notlagern

Drei Monate nach dem Megabeben, dem Tsunami und der folgenden Atomkatastrophe in Fukushima leben in Japan noch immer mehr als 90'000 Menschen in Notunterkünften. Am Samstag demonstrierten tausende Menschen für Alternativen zur Atomenergie.

Zwar wurden inzwischen rund 28'000 Behelfsunterkünfte für die Opfer gebaut, doch werden noch Tausende weitere benötigt, wie örtliche Medien am Samstag berichteten. Erschwert wird dies durch noch immer herumliegende Trümmerberge.

Fast 120'000 Menschen in den mit am schwersten betroffenen Provinzen Miyagi, Iwate und Fukushima haben infolge der Katastrophe ihren Arbeitsplatz verloren, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Es gebe derzeit jedoch nur 49'000 Jobangebote.

Unterdessen reiste der innenpolitisch unter Rücktrittsdruck stehende Ministerpräsident Naoto Kan erneut in die Katastrophenregion. Bei einem Besuch in Kamaishi in der mit am schwersten zerstörten Provinz Iwate legte er um 14.46 Uhr Ortszeit - dem Zeitpunkt des Bebens vom 11. März - eine Schweigeminute ein.

Die Opposition sowie Kritiker im eigenen Lager werfen dem Regierungschef Missmanagement in der Krise vor und fordern seinen sofortigen Rücktritt vom Amt des Premiers.

Seit Beginn der Dreifach-Katastrophe sind rund 15'400 Tote geborgen worden, rund 8100 Menschen gelten weiter als vermisst. Die Reparaturtrupps in der Atomruine in Fukushima kämpfen weiter gegen Millionen Liter inzwischen verseuchten Wassers, mit dem die Reaktoren gekühlt werden sollen.

Zugleich nimmt die Sorge der Menschen vor den weiter austretenden radioaktiven Strahlen zu. Es dürfte noch mehrere Monate dauern, bis die Situation in dem havarierten Atomkraftwerk unter Kontrolle ist.

Proteste gegen Atomstrom

Tausende Menschen gingen am Samstag gegen Atomkraft auf die Strasse. Den Protestzügen im ganzen Land schlossen sich Arbeiter, Studenten und Eltern mit ihren Kindern an. Auf Transparenten war zu lesen "Keine Atomkraft" und "Nie wieder Fukushima".

Die Demonstranten zogen auch vor die Zentrale des Fukushima-Betreibers Tepco, den sie verärgert in Sprechchören als Lügner bezeichneten. Die jüngsten Proteste dürften den Druck der Öffentlichkeit erhöhen, der bereits zum Stillstand eines Grossteils der japanischen Atomkraftwerke geführt hat.

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