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Nach den religiösen Unruhen in Ägypten hat es zwei weitere Todesopfer gegeben. Am Montag starb ein junger Muslim an den Folgen von Verletzungen, die er am Sonntag vor der Markus-Kathedrale in Kairo erlitten hatte.

In einem Dorf in der Provinz Al-Kaljubija starb ein Christ, der zu Beginn der Auseinandersetzungen verwundet worden war. Damit kamen durch die Gewalt zwischen Christen und Muslimen seit Samstag insgesamt acht Menschen ums Leben.

Die Polizei setzte vor dem Gotteshaus am Morgen erneut Tränengas ein. Einige Demonstranten hätten Steine auf die Einsatzkräfte geworfen, berichtete die ägyptische Nachrichtenwebsite "youm7".

Ihren Angaben zufolge attackierten vier Männer neben der Kirche einen Bus. Christliche Aktivisten warfen der Polizei vor, sie habe am Sonntag nichts unternommen, um Extremisten zu stoppen, die vor der Kathedrale Brandbomben geworfen hätten.

Muslimbruderschaft sieht Verbindung zu Krawallen

Die Muslimbruderschaft, als deren Kandidat Mohammed Mursi im vergangenen Jahr zum Präsidenten gewählt worden war, verurteilte die Gewalt der vergangenen Tage. Die Islamisten-Vereinigung erklärte, die Unruhen seien "von Leuten geplant worden, die kontinuierlich daran arbeiten, die Gesellschaft zu spalten, damit das Land nicht zur Ruhe kommt."

Sie stellten in ihrer Erklärung indirekt einen Zusammenhang zu den jüngsten Protesten von linken und liberalen Kräften gegen die regierenden Islamisten her.

Am Samstag waren bei Ausschreitungen in einem Dorf in dem Provinz Al-Kaljubija vier koptische Christen und ein Muslim getötet worden. Auslöser waren aufgesprühte Symbole an einer Moschee gewesen. Während der Trauerfeier für die in dem Dorf Al-Chusus getöteten Kopten war es am Sonntag zu neuer Gewalt gekommen.

Der ägyptische Kirchenrat erklärte, es sei einmalig und sehr bedauerlich, dass die Markus-Kathedrale, ein Symbol der Christenheit im Nahen Osten, zum Angriffsziel geworden sei. "Das Gesetz muss auf jeden Bürger gleichermassen angewandt werden", betonten die Ratsmitglieder.

Mehrere Festnahmen

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, in der Umgebung der Kathedrale seien elf Verdächtige festgenommen worden. Zu ihrer Identität machte er keine Angaben. Die Koalition der Kopten in der südlichen Provinz Luxor lud Muslime ein, die Kirchen und Klöster der Provinz gemeinsam zu schützen.

Knapp zehn Prozent der Ägypter sind Christen. Die meisten von ihnen sind koptisch-orthodox. Auch in der Ära von Ex-Präsident Husni Mubarak hatte es gelegentlich Zusammenstösse zwischen Christen und Muslimen gegeben. Allerdings fühlen sich die Christen jetzt unter der neuen islamistischen Regierung nach eigener Aussage noch mehr behandelt "wie Bürger zweiter Klasse".

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SDA-ATS