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Der Fall angeblicher Manipulationen an Währungskursen zieht in der Schweiz weitere Kreise. Nach der Finma untersucht nun auch die Wettbewerbskommission (Weko), ob es zwischen Finanzinstituten zu unzulässigen Absprachen im Devisenhandel gekommen ist.

Die Weko hat eine Untersuchung gegen die Schweizer Banken UBS und Credit Suisse, die Zürcher Kantonalbank, Bank Julius Bär sowie die ausländischen Finanzinstitute JP Morgan Chase, Citigroup, Barclays Bank und Royal Bank of Scotland eröffnet.

Es bestünden Anhaltspunkte, dass zwischen den Banken Wettbewerbsabreden zur Manipulation von Wechselkursen im Devisenhandel getroffen worden seien, schreibt die Weko in einer Mitteilung vom Montag. Bereits Ende September hatte die Behörde in der gleichen Sache eine Vorabklärung eröffnet.

Verdachtsmomente erhärtet

Offensichtlich haben sich die Verdachtsmomente gegen die Banken nun erhärtet. Konkret geht es unter anderem um den Austausch von vertraulichen Informationen und die koordinierte Absprache der Preise im Handel mit anderen Finanzinstituten.

Die Weko geht davon aus, dass die wichtigsten Währungen betroffen sind. Ausserdem schliesst die Kommission nicht aus, dass sich der Kreis der Verdächtigen noch erweitern könnte.

Auf Anfrage wollte sich die Weko nicht zu den laufenden Ermittlungen äussern. In der Regel dauert eine Untersuchung 18 Monate. Dabei stehen der Behörde eine Reihe von Ermittlungsinstrumenten zur Verfügung. Die Palette reicht von schriftlichen Anfragen, über Befragungen bis zu Hausdurchsuchungen.

Credit

Suisse reagiert befremdet

Die Banken gaben sich in ersten Reaktionen zumeist relativ zurückhaltend und bedeckt. Julius Bär erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur awp, dass bereits interne Untersuchungen durchgeführt worden seien und dabei keinerlei Hinweise auf missbräuchliches Verhalten gefunden wurden.

Die UBS verwies auf eine interne Prüfung des eigenen Devisengeschäftes. Weitere Details nannte die Grossbank aber nicht. Die Zürcher Kantonalbank erklärte, sie werde mit der Weko kooperieren. Allerdings spiele die Bank am Devisenmarkt im internationalen Vergleich eine untergeordnete Rolle.

Heftig reagierte die Credit Suisse. Die Bank habe die Mitteilung der Weko "mit Befremden zur Kenntnis genommen", heisst es in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der awp. Die Credit Suisse sei nicht Gegenstand der bei anderen Bankinstituten durchgeführten Vorabklärungen der Wettbewerbsbehörde gewesen.

Die Weko-Mitteilung enthalte somit Informationen, die nicht zutreffen würden. "Derartige Vorwürfe zum jetzigen Zeitpunkt sind daher unangebracht und rufschädigend," wehrt sich die Credit Suisse. Man werde mit den Behörden in der Angelegenheit aber uneingeschränkt kooperieren.

Grossbanken im Visier

Bereits seit Sommer kursieren Berichte über Tricksereien bei der Festlegung von Referenzkursen für viele Währungen. Seither haben die Aufsichtsbehörden rund um den Globus den Druck auf Banken und Händler verschärft, die mutmasslich in die Manipulationen verwickelt sind.

Die Eidg. Finanzmarktaufsicht (Finma) hatte Anfang Oktober eine Untersuchung bei mehreren Banken des Landes gestartet, die sie im Verdacht hat, Referenzkurse für eine Reihe von Währungen bewusst manipuliert zu haben. Die Weko steht zwar in Kontakt mit der Finma, die Untersuchungen sind aber unabhängig voneinander, wie es bei der Weko auf Anfrage heisst.

Die britische Finanzmarktaufsicht FCA geht Berichten über Kurstricksereien schon seit dem Sommer nach. In Deutschland hat die Finanzaufsicht BaFin offenbar keinen konkreten Verdacht, dass eine deutsche Bank an den Manipulationen beteiligt war.

Die Referenzkurse dienen Unternehmen und Profi-Anlegern wie Investmentfonds als Basis für ihre Währungsgeschäfte. Am Devisenmarkt werden pro Tag Währungen im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar gehandelt.

SDA-ATS