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In der Schweiz sind vergangenes Jahr bei den Beratungsstellen für Rassismusopfer weniger Meldungen über rassistische Diskriminierungen eingegangen. Entwarnung sei aber nicht angezeigt, erklären der Verein humanrights.ch und die Eidg. Kommission gegen Rassismus (EKR) in ihrem Bericht.

Der Bericht, der im vierten Jahr in Folge erstellt wurde, stützt sich auf die bei zehn Beratungsstellen für Rassismusopfer eingegangen Meldungen. Letztes Jahr wurden 156 Fälle behandelt, bei denen nach Einschätzung der Beratungsstellen eine rassistische Diskriminierung vorlag. Im Jahr 2010 zuvor waren es 178 Fälle gewesen und im Jahr 2009 162.

Nur die Spitze des Eisbergs

Die Erfahrungen zeigten jedoch, dass es trotz des Rückgangs keinen Grund für Entwarnung gebe, heisst es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Die gemeldeten Fälle seien nur die Spitze des Eisbergs, denn es brauche viel, bis Betroffene oder Personen in deren Umfeld sich an eine Beratungsstelle wandten. Die Dunkelziffer sei damit hoch.

EKR-Präsidentin Martine Brunschwig Graf räumt in ihrem Vorwort ein, dass es in der Schweiz keine verlässlichen und genauen Zahlen über Rassismusvorfälle gibt. Der vorliegende Bericht sei dennoch ein "wichtiger Mosaikstein zum nationalen Monitoring von rassistischer Diskriminierung".

Auf Basis der bisher vier Jahresberichte lassen sich gewisse Tendenzen identifizieren: Zu besonders vielen Fällen rassistischer Diskriminierung kommt es in der Arbeitswelt und bei der Wohnungssuche.

Schwierige Wohnungssuche

Genannt wird etwa das Beispiel eines Ehepaares - sie Kamerunerin, er Schweizer -, dem eine Immobilienfirma die Absage für eine Wohnungsbewerbung schriftlich damit begründete, dass "Schwierigkeiten betreffend Gerüchen vorprogrammiert gewesen wären".

Zwar hätte das Paar gemäss eine rechtliche Handhabe gehabt, gegen den Entscheid vorzugehen. Es wollte den Konflikt jedoch in einer Mediation lösen. Beim Gespräch mit den Betroffenen zeigten die Verantwortlichen jedoch keine Einsicht und entschuldigten sich auch nicht.

In den meisten Fällen geht es gemäss Bericht Fälle von Ausländerfeindlichkeit. Dahinter folgen Fälle von Rassismus aufgrund dunkler Hautfarbe und Muslimfeindlichkeit.

SDA-ATS