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Marcel Imsand war der Fotograf mit dem gütigen Blick, der den Reichen und Berühmten ebenso ins Herz sah wie den Ärmsten. Am Samstag ist er mit 88 Jahren gestorben. (Archivbild)

Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

(sda-ats)

Der Fotograf Marcel Imsand ist tot. Er starb am Samstag mit 88 Jahren in Lausanne, wie sein Freund und Verleger Bertil Galland am Sonntag mitteilte.

Marcel Imsand war einer der bedeutendsten Westschweizer Fotografen. Er porträtierte Prominente wie Maurice Béjart und Nina Simone ebenso wie die einfachen Leute. Sein Markenzeichen waren Sozialreportagen aus der Romandie; er war an etwa 50 Büchern beteiligt, zwei davon über die Fête des Vignerons.

"Er hatte die Fähigkeit, sich andern Menschen anzunähern, den reichsten ebenso wie den ärmsten", sagte seine Tochter Marie-José Imsand Popescu der Nachrichtenagentur sda. "Er machte sich klein, hielt sich zurück".

"Eine der zentralen Figuren der Schweizer Fotografie ist von uns gegangen", sagte Tatyana Franck, Direktorin des Musée de l'Elysée in Lausanne auf Anfrage. "Es herrscht tiefe Trauer". Imsand sei "ein Poet, ein Autodidakt, mit einem von Menschlichkeit geprägten Blick" gewesen. Sein fotografischer Nachlass sei im Elysée deponiert und solle künftig im Neubau ausgestellt werden.

Imsand wurde am 15. September 1929 in Pringy, im freiburgischen Greyerzerland geboren. Sein Vater war Arbeiter, seine Mutter Schneiderin. Mit 16 erhielt er eine Kamera geschenkt und brachte sich das Fotografieren selber bei.

Daneben lernte er Feinmechaniker und übte den Beruf bis zu seinem 35. Altersjahr aus. Danach riskierte der Vater von drei Kindern den Schritt in die Selbständigkeit als Fotograf und zog ins Zentrum von Lausanne.

Erst vor kurzem war Imsands Frau gestorben. "Er hat sich sterben lassen", sagte sein Freund Bertil Galland.

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SDA-ATS