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Wetterkapriolen setzen dem Tourismus in den Bergregionen zu

Flanieren schlägt wandern: Immer mehr Touristen kommen in die Schweiz nicht nur wegen den Bergen, sondern wegen den Städten. Die Wetterkapriolen in diesem Jahr haben diesen Trend noch verstärkt.

Die Schweiz ist das Land der Uhren, der Schokolade und vor allem der Berge. Das zumindest vermittelte bis jetzt die touristische Werbung. Sollte sich jedoch der aktuelle Trend fortsetzen, müssen die Werber umdenken. Statt Matterhorn und Jungfraujoch sollten sie vermehrt das Zürcher Grossmünster oder den Genfer Jet d'eau ins Bild rücken.

Das legen ihnen jedenfalls die Zahlen nahe. So haben seit 2010 mit jeweils einer Ausnahme die Städte Zürich, Basel und Genf bei den Übernachtungszahlen stets zugelegt, die bergtouristischen Hochburgen Graubünden und Wallis dagegen stets verloren.

Städtetourismus leidet weniger unter Wetterkapriolen

Die Wetterkapriolen in diesem Jahr haben diese Entwicklung sogar verstärkt. So hat der Städtetourismus weniger unter dem verregneten Sommer gelitten als die Tourismusorte in den Bergen und trotzdem vom schönen Herbstwetter profitiert. Insbesondere die Region Genf hat im September kräftig zulegen können, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte.

Die Gründe dafür sind laut Véronique Kanel von Schweiz Tourismus vielfältig. Erstens hätten die Schweizer Städte mit dem weiterhin wachsenden Geschäftstourismus ein sehr stabiles und wetterunabhängiges Standbein. Zweitens gelte, dass je mehr eine Region von Gästen aus der Schweiz und dem nahen Ausland abhängig sei, desto direkter wirke sich das Wetter aus.

Weil sowohl das Tessin als auch Graubünden einen grossen Anteil von Gästen aus der Schweiz und aus Deutschland aufwiesen, hätten diese zwei Regionen unter dem schlechten Sommerwetter besonders stark gelitten. Insbesondere auch weil Deutsche aber auch Holländer als besonders preisempfindlich gälten. Der starke Franken schreckt diese Gäste seit Jahren ab.

Gäste aus Asien bleiben ein Erfolgsgarant

Anders sehe es für die ebenfalls bergtouristischen Gebiete Luzern und Berner Oberland aus. Weil diese Regionen bereits früh ihre Absatzmärkte ausgedehnt hätten und zum Beispiel auch viele Gäste aus Asien und den Golfstaaten anziehen, hätten sie sich trotz des nassen Sommers halten können. Hier gilt wohl, dass wer seine Reise schon Monate zuvor buchen muss, sie nicht wegen schlechtem Wetter abbläst.

Gäste aus Asien sind zurzeit auch ganz allgemein ein touristischer Erfolgsgarant. Denn diese Tourismusmärkte wachsen seit Jahren. Wer jedoch Touristen aus China, Korea und Südostasien anlocken will, muss ein vielfältiges touristisches Erlebnis anbieten. Laut Kanel bevorzugen sie nämlich, in einer Stadt übernachten zu können, um von dieser aus Ausflüge in die Berge zu unternehmen.

Die Stadt Luzern hat hier demnach eine sehr gute Ausgangsposition. Aber auch die Städte Zürich, Bern und Genf haben solchen Gästen einiges zu bieten.

Das heisst aber auch, dass die Berge als Schweizer Werbesujet im Ausland nicht ausgedient haben. Das Zürcher Grossmünster und der Genfer Jet d'eau werden das Matterhorn auch künftig nicht ersetzen.

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