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V.l.: Daniel Goetsch, Gianna Molinari und Urs Mannhart haben die Schweiz am Wettlesen um den Bachmannpreis vertreten. Wenn am Sonntag in Klagenfurt die Preise verteilt werden, dürfen sie sich nicht allzu grosse Hoffnungen machen - zu stark ist die Konkurrenz, namentlich aus Österreich.

Keystone

(sda-ats)

Der Berner Urs Mannhart hat am Samstag mit einer Wolfsjäger-Geschichte aus dem wilden Kirgisistan das Wettlesen um den Bachmannpreis beendet. Er erhielt gemischte Kritiken, ebenso wie die Baslerin Gianna Molinari. Die Hauptpreise werden wohl an Österreicher gehen.

Wie schon der Zürcher Daniel Goetsch, der am Donnerstag zum Lesen antrat, platzierte sich Mannhart in der Jury-Meinung eher im unteren Drittel. Etwas mehr Wohlwollen erntete Molinari, die wie etliche andere Autoren dieses Jahr die Flüchtlingsthematik ins Visier nahm. Das Thema sei "vermintes Gelände", meinte ein Juror, aber die Autorin gehe gut damit um, indem sie es distanziert anging.

Im Text "Loses Mappe" sieht ein Mann einen Menschen vom Himmel fallen, will das aber nicht wahrhaben. Nachdem er erfahren hat, dass sich ein Flüchtling in einem Flugzeugfahrwerk versteckt hatte und beim Landeanflug erfroren in die Tiefe stürzte, sammelt er in einer Mappe Materialien zum Fall: Zeitungsausschnitte, aber auch Polizeifotos, die - ein Novum in Klagenfurt - im Typoskript mit abgebildet sind. Das Dokumentarische in der Literatur interessiere derzeit sehr, wurde gelobt.

Gerade umgekehrt erging es der italienisch-deutschen Doppelbürgerin Maxi Obexer, die gleich nach Molinari las - ebenfalls einen Text zum Thema Flüchtlinge, allerdings distanzlos und mit klischierter Betroffenheitsrhetorik kontaminiert. Die Südtirolerin konterkarierte die Geschichte ihrer Einbürgerung in Deutschland mit der aktuellen Flüchtlingskrise. Die Gegenüberstellung der Luxusprobleme der Europäerin mit den lebensbedrohenden Nöten von Migranten goutierten die meisten Juroren gar nicht.

Humor könnte den Ausschlag geben

Den besten Text des dritten Lesetages lieferte der Deutsche Eckhart Nickel. "Hysteria" beginnt damit, dass die Bio-Himbeeren plötzlich anders schmecken, was einen Verbraucher dazu bewegt, die zuständige Produktionskooperative aufzusuchen. Dort trifft er auf eine Art Dr. Mabuse, der durch Rückzüchtungen eine "ideale" Tier- und Pflanzenwelt herstellen will. Der Besuch bekommt dem Bio-Konsumenten gar nicht gut.

Nickel dürfte bei der Preisvergabe am Sonntag eine der fünf Auszeichnungen sicher sein. Das Rennen um den Bachmannpreis in Höhe von 25'000 Euro werden aber wohl zwei Österreicher unter sich ausmachen: der Austro-Amerikaner John Wray, der sich mit englischsprachigen Romanen in den USA bereits so etwas wie Starruhm erschrieben hat, sowie der Wiener Dramatiker Ferdinand Schmalz. Beide ernteten fast durchgängig Kritiken wie "brillant" oder "makellos".

Die Waage könnte für Schmalz ausschlagen, denn sein Text "mein lieblingstier heisst winter" ist nicht nur gekonnt, sondern auch überaus witzig. In der Geschichte soll ein Tiefkühlkost-Lieferant seinem Kunden Dr. Schauer dabei helfen, seine eigene Leiche in der Tiefkühltruhe zu entsorgen. Dabei geht wohl etwas schief. Denn als der Eismann die Truhe öffnet, ist sie leer. "kein kalter schauer. nur kalte luft, die ihm entgegenstürzt", endet das Prosastück.

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SDA-ATS