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Die Nächte sind zu kalt, als dass man als Erdbebenopfer in einer offenen Wohnung bleiben könnte - auch in Pieve Torina in der italienischen Region Marche (Marken).

Nicolai Morawitz, sda

(sda-ats)

Das 1100-Einwohner-Dorf Pieve Torina ist mit dem jüngsten Erdbeben vom Sonntagmorgen in Mittelitalien endgültig zur Geisterstadt geworden. Schon vergangene Woche war das Gebiet von einem Erdbeben getroffen worden; nun wurden weitere Häuser durch das Beben unbewohnbar.

Ein Grossteil der Bewohner musste in Unterkünfte an der Adriaküste umziehen. Auch Sergio Rivelli wurde durch die Naturkatastrophe gezwungen, sein Wohnhaus zu verlassen - am Montag versuchte er zusammen mit seiner Frau, in sein Heimatdorf Pieve Torina zurückzukehren, um seine Tiere im Stall zu füttern - doch vergeblich.

Die Strasse dorthin ist gesperrt, weil ein Haus im Zentrum akut einsturzgefährdet ist. Nun muss er auf der anderen Seite des Dorfes ausharren. Dort wurde in den vergangenen Stunden ein "Dorf neben dem Dorf" provisorisch aufgebaut.

Der Zivilschutz versorgt die verbliebenen Leute mit einem Mittagessen, es gibt einen Allgemeinarzt, der in einem Container untergebracht ist, und es wurde eine Postfiliale hat in einem Kleinbus eröffnet. Viele Menschen sind nur für den Tag angereist, um in Begleitung des Zivilschutzes ihre Habseligkeiten aus den Häusern holen zu können.

Ein Bewohner, der nicht namentlich genannt werden möchte, fürchtet, dass die Gebäude in seinem Dorf erst in acht Jahren wieder aufgebaut werden können - jedes neue Beben erschwert dabei die Arbeit der Feuerwehr und des Zivilschutzes, die jedes Haus auf Risse und Einstürze überprüfen müssen.

Momentan hat der Mann auch keine Arbeit, da sein Handwerksbetrieb in der "roten Zone" der zerstörten Gemeinde liegt.

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SDA-ATS