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Der Schweizerische Gewerbeverband (sgv) kritisiert die Verakademisierung der Berufsbildung und fordert bei der Weiterentwicklung der Berufsbildung mehr Freiheiten und Entscheidkompetenzen für die Wirtschaft.

KEYSTONE/GAETAN BALLY

(sda-ats)

Die Weiterentwicklung der Berufe soll nach dem Willen des Gewerbeverbandes wieder vermehrt Sache der Organisationen der Arbeitswelt (OdA) sein. Akademische Angebote dürften nicht bevorzugt werden und die Wirtschaft müsse mehr Freiheiten und Kompetenzen erhalten.

Der Schweizerische Gewerbeverband (sgv) hat am Dienstag einen bildungspolitischen Bericht mit strategischen Forderungen zur Weiterentwicklung der Berufsbildung vorgestellt. Die Berufsbildung sei ein Erfolgsmodell: Zwei Drittel der Jugendlichen würden diesen Karriereweg wählen.

Wenn die Berufsbildung ein Erfolg bleiben soll, so müssen nach den Worten von sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler in der strategischen Weiterentwicklung die OdA mehr Gewicht erhalten. Denn sie seien es, die entschieden, was ausgebildet werden müsse und was prüfungsrelevante Punkte seien.

Würden solche Entscheidungen durch staatliche Vorgaben gesteuert, beraube sich die Berufsbildung ihrer zentralen Stärke. Sie entkopple sich vom Puls der schneller werdenden Entwicklungen in der wirtschaftlichen Realität.

Keine Bevorzugung akademischer Angebote

Das Grundlagenpapier des sgv fordert die Kantone auf, den gymnasialen Weg nicht zu bevorzugen und die in der Verfassung vorgegebene Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung zu respektieren.

Die Verakademisierung der Berufsbildung, steigende Bürokratie und der zunehmende Einfluss der Verwaltung würden die Berufsbildung schwächen. Der Bund dürfe nicht durch starr formulierte Handbücher oder Leittexte des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), den zwangsweisen Beizug von sogenannten Bildungsexperten oder durch unterschiedliche Umsetzungspraktiken in den einzelnen Kantonen die Freiräume der OdA einengen, sagte Bigler weiter.

Die Anliegen der OdA müssten ernster genommen werden, forderte auch Marcel Schweizer, Präsident des kantonalen Gewerbeverbandes Basel-Stadt. Das beginne in der obligatorischen Schule, wo der sgv eine Stärkung der Berufswahl wie auch der MINT-Fächer fordere, also Themen wie Mathematik und Informationstechnologien, Naturwissenschaft und Technik.

Ein wichtiger strategischer Hebel sei auch die Verbesserung der Schnittstelle zwischen Schule und Arbeitswelt. Instrumente wie die Anforderungsprofile, welche angehenden Lernenden die konkreten schulischen Anforderungen in den einzelnen Berufen aufzeigten und auch direkt miteinander vergleichen werden könnten, müssten unbedingt in allen Schultypen eingesetzt werden.

Titel für höhere Berufsbildung

Mehr Unterstützung wünscht sich der sgv auch bei der Positionierung der Höheren Berufsbildung. Um im Ausland aufzuzeigen, dass die Höhere Berufsbildung zur akademischen Bildung mindestens gleichwertig sei, brauche es Titel, die das hohe Niveau der Höheren Berufsbildung international verständlich dokumentierten.

So sollen beispielsweise für Abschlüsse einer Höheren Fachschule oder Berufsprüfung mit Niveau 6 die englische Ergänzung Professional Bachelor oder für Meisterprüfungen mit Niveau 7 der Professional Master eingeführt werden. Nur so könne das hohe Niveau und die starke Position von Abschlüssen in der höheren Berufsbildung auch international entsprechend dokumentiert werden.

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SDA-ATS