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In Haiti haben am Freitag abermals tausende Menschen gegen die Verzögerung der Parlamentswahl protestiert und das Zentrum von Port-au-Prince blockiert. Die aufgebrachte Menge forderte den Rücktritt von Präsident Michel Martelly und Ministerpräsident Laurent Lamothe.

Zahlreiche Hauptverkehrsstrassen in der Hauptstadt wurden blockiert. Demonstranten legten Steinhügel an, fackelten Mülleimer ab, steckten Reifen in Brand und errichteten Barrikaden. Bei vorangegangenen Demonstrationen waren viele Menschen festgenommen worden, was die Wut der Bevölkerung weiter anheizte.

"Wir sind hier, um die Freilassung der Frauen zu fordern, die bei Protesten festgenommen wurden und ohne Verfahren eingesperrt bleiben", sagte einer der Demonstranten.

"Die Chefs der Korruption müssen gehen", skandierten sie. Sollte die Wahl nicht bis zum 12. Januar stattfinden, wird das Parlament automatisch aufgelöst, und Martelly kann per Dekret durchregieren.

Der verarmte Karibikstaat steckt seit drei Jahren in einer tiefen politischen Krise, als die Wahl zum ersten Mal aufgeschoben wurde. Gewählt werden müssen 20 Senatoren, 102 Abgeordnete und die Kommunalvertreter. Doch konnte der Streit um ein neues Wahlgesetz bislang nicht beendet werden. Die Oppositionsparteien boykottieren die Verhandlungen.

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SDA-ATS