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Das Medizinaltechnik-Unternehmen Ypsomed steckt im Umbau. Ein Abschreiber und die Frankenstärke haben im Geschäftsjahr 2011/12 das Ergebnis zusätzlich belastet. Teile der Produktion sollen nun im Ausland angesiedelt werden.

Ypsomed leidet neben der Währungsentwicklung unter dem Kostendruck im Gesundheitswesen, wie die auf Diabetes-Injektionssysteme und -Versorgung spezialisierte Firma am Donnerstag bilanzierte. Dank des Verkaufs von Finanzanlagen stieg der Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr dennoch um 55,5 Prozent auf 8,5 Mio. Franken.

Seit einiger Zeit versucht Ypsomed, vom einstigen Hauptkunden, dem französischen Pharmakonzern Sanofi, unabhängiger zu werden. Um in der Diabetes-Versorgung zu expandieren und internationale Produktionsstätten zu finanzieren, kündigte das Unternehmen nun eine Kapitalerhöhung an.

Konkret will das von Firmengründer Willy Michel mit rund 75 Prozent der Anteile kontrollierte Unternehmen höchstens 3 Millionen Namenaktien ausgeben. Bislang sind rund 12,6 Millionen Aktien ausstehend.

Im Ausland sollen voraussichtlich neue, überwiegend manuell hergestellte oder sehr preissensitive Injektionssysteme produziert werden. Als wachsender Absatzmarkt ist neben den USA und Europa insbesondere Asien im Fokus.

Sparmassnahmen

Die früher angekündigten Sparmassnahmen seien weitgehend umgesetzt worden, teilte die Firma mit. Die Personalkosten wurden um 7,8 Prozent reduziert. Die Zahl der Mitarbeitenden sank von 1097 auf 1026. Die Totalausgaben für Forschung und Entwicklung wurden um gut 2 Millionen auf 25,2 Mio. Fr. gesenkt.

Mit den Injektionssystemen konnte Ypsomed im letzten Geschäftsjahr 153,4 Mio. Fr. und damit 11,8 Prozent weniger umsetzen als noch im Vorjahr. Die Sparte litt unter der Frankenstärke: Diese habe das Betriebsergebnis um rund 3 Mio. Fr. gedrückt.

Die Sparte Diabetes-Versorgung erzielte dagegen mit 78,2 Mio. Fr. einen um 7,7 Prozent höheren Umsatz. Ypsomed habe die Kundenbasis geografisch erweitert und neue Produkte lanciert, hiess es.

Der Gesamtumsatz sank um 5,1 Prozent auf 248,6 Mio. Franken. Das Betriebsergebnis wurde gedrückt durch eine Sonderabschreibung der von einer Mio. Franken auf Entwicklungskosten eines Pen-Projekts. Es fiel um um 41,7 Prozent auf 5,1 Mio. Franken.

Verhaltener Optimismus

Fürs neu angelaufene Geschäftsjahr gibt sich Ypsomed verhalten optimistisch. Der Wegfall der Produktion eines Insulin-Injektionsstiftes für Sanofi werde Umsatz und Ergebnis beeinflussen. Beides sollte sich aber auf gleichem Niveau wie im vergangenen Jahr bewegen.

Die Analysten zeigten sich von den Ergebnissen enttäuscht: Die Aktien verloren zwischenzeitlich über 7 Prozent an Wert.

SDA-ATS