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Bonn - Vier Monate vor dem nächsten Klimagipfel im mexikanischen Cancún ist klar: Ein neuer umfassender Weltklimavertrag ist ein Jahr nach Kopenhagen auch dort noch nicht machbar. Eine fünftägige UNO-Vorbereitungskonferenz in Bonn brachte kaum Fortschritte.
Weiter völlig offen blieb die strittige Minderung von Treibhausgasen und die Art eines künftigen Abkommens. Die Delegierten berieten mit neuen Vorschlägen an Entwürfen zu Teilvereinbarungen, die nun in Cancún anvisiert werden sollen.
Die neue Chefin des UNO-Klimasekretariats, Christiana Figueres, rief zum Abschluss der fünftägigen Bonner Verhandlungsrunde am Freitag die Regierungen dringlich zu mehr Kompromissbereitschaft auf, um in Cancún zu Entscheidungen und "klaren Fortschritten" zu kommen.
Darauf könne dann aufgebaut werden. Mit einem entsprechenden Verhandlungsmandat von Cancún könnte ein umfassendes Abkommen dann frühestens auf dem übernächsten Weltklimagipfel Ende 2012 in Südafrika in Angriff genommen werden.
Angestrebt werden soll in Cancún (29. November bis 10. Dezember) ein "Paket" an Einzelvereinbarungen. Nach Angaben von Figueres könne es folgende Komplexe umfassen: Waldschutz, Finanzhilfen für ärmere Länder, die Lieferung klimafreundlicher Technologie an Entwicklungsländer und die Anpassung an die Klimafolgen mit Finanzhilfen reicherer Länder. Für die Umsetzung sei aber dann eine Gesamtvereinbarung notwendig.
Kritik der UmweltorganisationenUmweltorganisationen kritisierten das schleppende Tempo der Verhandlungen. "Die Chancen für ein Klimafolgeabkommen in Cancún tendieren nach den Bonner Verhandlungen gegen Null", meinte der Leiter der Internationalen Klimapolitik von Greenpeace, Martin Kaiser.
Es müsse jetzt dringend mehr Dynamik und politischer Wille kommen. Vor Cancún gibt es nun nur noch eine offizielle UNO-Vorbereitungsrunde im Oktober in China. Die Schweiz war in Bonn durch Botschafter Franz Perrez vertreten.
Ein gutes halbes Jahr nach dem weitgehenden Scheitern des Kopenhagener Gipfels sind die Verhandlungen in Kernpunkten wie der C02-Minderung weiter festgefahren oder ohne neue Bewegung wie bei den geplanten Finanzhilfen für ärmere Länder.
Die ärmeren Länder erklärten, ohne transparentes Handeln auch bei der in Kopenhagen vereinbarten Milliarden-Soforthilfe sei von ihrer Seite keine Bereitschaft zu Kompromissen zu erwarten.

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SDA-ATS