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Havanna - Die Zahl der politischen Gefangenen auf Kuba ist nach Angaben von Menschenrechtlern auf das niedrigste Niveau seit der Revolution vor mehr als einem halben Jahrhundert gesunken. Zum Stichtag 30. Juni befanden sich 167 politische Dissidenten hinter Gitter.
Das teilte die verbotene, aber von der Regierung tolerierte "Kubanische Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung" (CCDHRN) mit. Ende 2009 seien es 201 Oppositionelle und damit noch 34 mehr gewesen.
"Das ist die niedrigste Zahl seit der Revolution Fidel Castros vor einem halben Jahrhundert", sagte CCDHRN-Sprecher Elizardo Sánchez mit Blick auf die aktuelle Lage. Er vermutete, die Regierung versuche nach dem Tod des Dissidenten Orlando Zapata ihr Bild nach aussen zu verbessern.
Sie verletze jedoch weiterhin systematisch alle bürgerlichen, politischen und wirtschaftlichen Rechte. Zapata war im Februar nach 85 Tagen Hungerstreik gestorben.
Hungernder Dissident in LebensgefahrZuletzt hatten Berichte über den sich verschlechternden Gesundheitszustand des Dissidenten Guillermo Fariñas international Aufsehen erregt. Der 48-jährige nimmt seit mehr als 130 Tagen keine feste Nahrung mehr zu sich und protestiert damit gegen die Inhaftierung kranker Oppositioneller.
Er schwebt nach Angaben der behandelnden Ärzte in Lebensgefahr, da sich in seiner Halsschlagader ein Blutgerinnsel gebildet hat. Der Dissident teilte über einen Sprecher mit: "Ich bin mir meines nahen Todes bewusst, und ich betrachte dies als Ehre. Die Einzigen, die dafür verantwortlich sind, sind die Brüder Fidel und Raúl Castro."
Fariñas liegt in einem Spital in seiner Heimatstadt Santa Clara, rund 250 Kilometer östlich von Havanna. er wird intravenös ernährt.

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SDA-ATS