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Einsatzkräfte vor dem Bus im Lübecker Stadtteil Kücknitz, in dem ein Fahrgast Mitreisende mit einem Messer attackiert hatte. Dabei wurden zehn Menschen verletzt.

Keystone/DPA/MARKUS SCHOLZ

(sda-ats)

Bei einer Gewalttat in einem voll besetzten Lübecker Linienbus sind am Freitag zehn Menschen verletzt worden. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen nicht von einem Terroranschlag aus.

Der nach der Tat überwältige mutmassliche Angreifer schweigt bislang zu den Vorwürfen. Der 34-Jährige wurde im Iran geboren, besitzt aber seit vielen Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft.

Nach derzeitigen Erkenntnissen gebe es "eindeutig keinen terroristischen Hintergrund, weder in seiner Person noch in dem bislang recherchierten Umfeld", sagte Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote am Freitagabend.

Der in Lübeck lebende Mann soll voraussichtlich am Samstagvormittag einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft will einen Haftbefehl wegen versuchter vorsätzlicher Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung gegen ihn erwirken. Die Lübecker Oberstaatsanwältin Ulla Hingst machte am Freitagabend keine Angaben zu seinem Werdegang.

Stiche mit Messer

Die Gewalttat ereignete sich am Freitag gegen 13.47 Uhr im Lübecker Stadtteil Kücknitz in einem Linienbus auf dem Weg nach Travemünde. Fünf der zehn Verletzten wurden in Spitäler gebracht.

Drei davon sind schwer verletzt, einer von ihnen durch Messerstiche, wie Oberstaatsanwältin Hingst sagte. Bei den anderen beiden sei der Grund der Verletzungen noch unbekannt, sagte Hingst. Der Täter habe ein Küchenmesser benutzt.

Couragiertes Handeln

Nach Einschätzung von Grote haben eine zufällig in der Nähe gewesene Streifenwagen-Besatzung und vor allem das schnelle Handeln des Busfahrers Schlimmeres verhindert. Der Busfahrer habe "schnell und couragiert gehandelt", sagte Grote. "Dem gebührt ein grosser Dank." Der Busfahrer wurde durch einen Faustschlag des Tatverdächtigen verletzt.

Laut Grote hatte der Fahrer im Rückspiegel Qualm bemerkt, den Bus gestoppt und alle Türen geöffnet. Anschliessend soll der mutmassliche Täter nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wahllos auf Fahrgäste eingestochen haben.

Unklar ist noch, ob er das im Bus oder erst draussen tat. Der Fahrer sei zu dem Tatverdächtigen geeilt und von diesem geschlagen worden, sagte Grote. "Dann hat es ein Handgemenge gegeben."

In dem Rucksack des Mannes fanden Experten Brandbeschleuniger, aber "keine weiteren Sprengmittel oder Ähnliches", sagte Hingst. Die Ermittler rätseln über die Motive des Mannes. Erkenntnisse erhoffen sie sich von den vielen Zeugen der Tat. Nach Schätzung des Busfahrers waren zur fraglichen Zeit etwa 70 Menschen im Bus.

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SDA-ATS