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Kantonsrat Thomas Hardegger soll für die Zürcher SP einen Sitz im Ständerat erobern. Der Stadtpräsident von Rümlang wurde am Samstag an einer Delegiertenversammlung in Zürich nominiert. Nicht mehr aufgestellt wurde Anita Thanei für die Nationalratswahlen.

In einer Kampfwahl setzte sich Thomas Hardegger gegen seinen Fraktionskollegen Ruedi Lais aus Wallisellen durch. Der 55-jährige Geschäftsführer einer Immobilienfirma holte im ersten Wahlgang 94 Stimmen und übertraf damit das absolute Mehr. Auf den Mitkonkurrenten Lais entfielen 61 Stimmen.

Hardegger war von der Geschäftsleitung als Ständeratskandidat vorgeschlagen worden. Es sei ein strategischer Entscheid gewesen, sagte Parteipräsident Stefan Feldmann. Die SP setze im Wahlkampf nicht auf die europapolitische Schiene, sondern wolle innenpolitische und soziale Themen einbringen.

"Wir können diese von der Partei beschlossene Strategie nicht einfach über den Haufen werfen, nur weil die SVP mit Blocher antritt, betonte Feldmann. Die SP wolle sich nicht die Themen vom "alten Mann aus Herrliberg" aufzwingen lassen. Dass die SVP Blocher noch nicht überwunden habe, sei ihr Problem.

Für den wenig bekannten Hardegger wird es im Herbst allerdings schwer werden. Die Konkurrenz ist gross: Die beiden Bisherigen Felix Gutzwiller (FDP) und Verena Diener (GLP) treten wieder an. Dazu kommen die Bewerbungen von SVP, Grünen, CVP und EVP.

Schmerzliche Niederlage für Anita Thanei

Eine bittere Niederlage kassierte an der Delegiertenversammlung Anita Thanei. Die 56-jährige Zürcher Rechtsanwältin und Präsidentin des Mieterverbandes Deutschschweiz verpasste das notwendige Quorum und kann deshalb im Herbst nicht mehr zu den Nationalratswahlen antreten.

Alle Mitglieder mit über 12 Amtsjahren mussten für eine erneute Kandidatur zwei Drittel der Delegierten hinter sich bringen. Von dieser Hürde betroffen waren neben Thanei auch Andreas Gross und Jacqueline Fehr. Mit 72 Stimmen verpasste Thanei, die seit 1995 der grossen Kammer angehört, das notwendige Quorum um 24 Stimmen.

Gross mit 117 Stimmen und Fehr mit 128 Stimmen schafften die Hürde problemlos. Besonders viel stand für Gross auf dem Spiel. Ihm winkt in zwei Jahren die Chance, den Europarat zu präsidieren. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass er im Herbst die Wiederwahl als Nationalrat schafft.

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SDA-ATS