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Die Zuger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine falsche Ärztin, die an mehreren Schweizer Kliniken gearbeitet haben soll. Obwohl ein Spital in Zug bereits im November 2012 Strafanzeige einreichte, arbeitete die falsche Ärztin bis vor wenigen Wochen in Kreuzlingen.

Bei der Zuger Staatsanwaltschaft läuft eine Untersuchung gegen die Frau, wie ein Polizeisprecher am Freitag einen Bericht im "Tages-Anzeiger" bestätigte. Der Fall ist laut dem Bundesamt für Gesundheit einzigartig.

Laut dem Bericht arbeitete die seit mehr als vier Jahren in verschiedenen Kliniken und in einer Praxis in den Kantonen Aargau, Zürich und Zug. Zuletzt arbeitete die 51-jährige Deutsche bis Anfang Juni im Herz-Neuro-Zentrum Bodensee in Kreuzlingen.

Von Dritten informiert

Die falsche Ärztin habe an insgesamt neun Arbeitstagen bei Notfalleinsätzen gearbeitet und zwar tadellos, bestätigte Martin Costa, Delegierter des Verwaltungsrates, den Bericht im "Tages-Anzeiger".

"Nachdem wir von Dritten informiert worden sind, haben wir die Zusammenarbeit sofort beendet", sagte Costa der Nachrichtenagentur sda. Weil im Thurgau bei Einsätzen von mehr als 30 Tagen für ärztliches Personal ein kantonales Bewilligungsverfahren vorgeschrieben ist, wäre der Schwindel spätestens im laufenden Verfahren aufgefallen, sagte Costa.

Das Herz-Neuro-Zentrum behalte sich vor, Strafanzeige einzureichen. Die Zuger Staatsanwaltschaft habe sich bisher nicht gemeldet.

Keine Daten verzeichnet

Bereits im September 2012 war auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) von einem Arzt aus Zurzach über den Fall informiert worden, bestätigte BAG-Mediensprecher Daniel Bach.

"Einzigartiger Fall"

Abklärungen ergaben, dass die Frau weder im Medizinalberufsregister eingetragen war, noch ein Gesuch um Anerkennung eines ärztlichen Titels gestellt hatte. Die Anfrage bei der Ärztevereinigung FMH habe ergeben, dass die Frau auch keinen Weiterbildungstitel erworben habe, sagte Bach.

Dem BAG seien aus rechtlichen Gründen aber die Hände gebunden gewesen, es habe weder Spitäler noch Kantone informieren dürfen, sagte der Mediensprecher. In der Schweiz gebe es 15'000 Ärztinnen und Ärzte. "Ein Fall dieses Ausmasses ist uns bisher nicht bekannt. Er muss Konsequenzen haben", sagte Bach.

Untersuchungen im Gang

Die Frauenklinik Meissenberg in Zug hatte im November 2012 Strafanzeige eingereicht, wie Polizeisprecher Marcel Schlatter sagte. Die Zuger Staatsanwaltschaft klärte darauf ab, ob jemand durch die Behandlungen der Frau körperlich zu Schaden gekommen sei. Bisher gebe es aber keine Hinweise darauf.

Noch im Gang sind die Untersuchungen wegen unlauteren Wettbewerbs, Ausüben einer Ärztetätigkeit ohne Bewilligung oder Verstössen gegen das Heilmittelgesetz. Weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt, konnte Schlatter keine weiteren Auskünfte geben.

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SDA-ATS