Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Das Explosionsunglück in Kanada mit mehr als einem Dutzend Toten ist offiziell zum Kriminalfall geworden. Die Polizei ermittele, ob die Entgleisung der mehr als 70 Kesselwagen am frühen Samstagmorgen einen kriminellen Hintergrund habe, bestätigte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Die Zahl der Toten in Lac-Mégantic stieg unterdessen auf 15. Etwa 60 Menschen werden noch vermisst. Am Vortag war die Zahl noch mit 50 angegeben worden.

Das Zentrum des Städtchens mit nicht einmal 6000 Einwohnern sei gesperrt, sagte der Polizeisprecher. Wer in dem verwüsteten Areal angetroffen werde, müsse mit der Festnahme rechnen. Details der Ermittlungen wollte er nicht nennen, für Terrorismus gebe es allerdings keine Hinweise.

Bei dem Unglück waren nachts die mit Rohöl beladenen Kesselwagen einen Berg hinabgerollt und mitten in der Kleinstadt entgleist und explodiert. Mehrere Detonationen mit gewaltigen Feuerbällen hatten Lac-Mégantic erschüttert.

Hunderte weiterhin in Notunterkünften

Etwa 30 Gebäude wurden völlig zerstört. 2000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die meisten konnten zwar Anfang der Woche wieder zurückkehren, 600 mussten aber auch am Mittwoch noch bei Freunden oder in Notunterkünften ausharren.

Nun freigegebene Polizeibilder zeigen, dass die Formulierung "wie in einem Kriegsgebiet" keine Floskel ist. Die Gegend zwischen Bahngleis und See, einst ein Kneipenviertel, ist eingeebnet. Die Fotos zeigen Autowracks, völlig zerstört und ausgebrannt. Häuser sind einfach weg, nur noch ein Haufen Steine und verkohlter Holzbalken - als einziges steht noch der gemauerte Schornstein.

Direkt an der Unglücksstelle liegen Dutzende Waggonachsen wie auf einem Schrottplatz, daneben die umgeworfenen Kesselwagen, die eingedellt sind, als wären sie Blechdosen. Auch Feuerwehrleute sind zu sehen, völlig erschöpft vom 24-Stunden-Einsatz in der kanadischen Provinz.

Unglücksbilder aus dem All zu sehen

Veröffentlicht wurde zudem die gesamte Fassung des Videos eines Anwohners. Der gut zehn Minuten lange Film zeigt erst das riesige Feuer und dann gewaltige Explosionen. Der Filmer, Adrien Aubert, kommentiert atemlos das Video und stösst bei Explosionen immer wieder "Mein Gott! Mein Gott!" - auf Französisch wie auf Englisch - aus.

Aubert war auf dem Weg zum Musi-Café, das von den Explosionen weggefegt wurde. "Wenn ich schneller gewesen wäre", sagte er Radio Canada, "könnte ich jetzt hier nicht stehen und zu Ihnen sprechen".

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

SDA-ATS