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Mit dem "Eltern Club Schweiz" ruft Pro Juventute am Muttertag ein nationales Grossprojekt für alle Eltern in der Schweiz ins Leben. Der Club bietet Informationen, Dienstleistungen und Beratungen rund ums Elternsein.

Gemäss einer von Pro Juventute in Auftrag gegebenen Eltern-Studie fühlen sich zwei Drittel der Eltern "regelmässig überfordert", wie die Stiftung am Sonntag mitteilte. Sie suchten deshalb nach "konkreter Unterstützung". Diese soll der nationale Eltern Club bieten, den die Organisation zu ihrem 100-Jahr-Jubiläum lanciert.

"Pro Juventute will mit dem Grossprojekt Eltern und Familienangehörige in ihrer Rolle unterstützen und eine schweizweite Elternbewegung initiieren", hält die Kinder- und Jugendstiftung fest. Zusammen mit der Stiftung Elternsein soll eine "politische Stimme für eine kinder-, eltern- und familienfreundliche Schweiz" ertönen.

Das Projekt wurde während zwei Jahren entwickelt. Resultat: Der Eltern Club Schweiz bietet ab sofort eine nationale 24-Stunden-Hotline in drei Sprachen, eine schweizweite Rechts- und Medizinberatung, ein Online-Elternportal oder auch eine Notfall-Nanny-Vermittlung an.

Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

Angesprochen werden jedoch nicht nur Eltern, sondern auch Grosseltern und andere Familienmitglieder. Allerdings ist der Service nicht gratis zu haben: Der Mitgliederbeitrag im Eltern Club Schweiz beläuft sich auf 10 Franken pro Monat.

Mitfinanziert wird das Angebot von privaten Investoren aus der Wirtschaft. Die Kooperationspartner Amavita, Stöckli, VW, Fujifilm und famigros bieten Clubmitgliedern zugleich kommerzielle "Vorteile zur Entlastung des Familienbudgets".

Pro Juventute ist wegen solcher Partnerschaften mit der Wirtschaft auch schon in die Kritik geraten. In den beliebten Elternbriefen der Organisation wurde ein prominent platzierter Werbebeitrag über die Wichtigkeit von Omega-3-Fettsäuren für die Entwicklung von Kindern nicht als Werbung deklariert, obwohl er vom Pharmaunternehmen Vifor bezahlt worden war.

Die Kooperationen mit Unternehmen wurden 2010 lanciert, weil die Stiftung in finanzielle Schieflage geraten war. Wegen dieser Unternehmenspartnerschaften aber auch weil mehr Spenden flossen, konnte Pro Juventute pünktlich zum 100-Jahr-Jubiläum erstmals seit 15 Jahren ein ausgeglichenes Ergebnis präsentieren.

SDA-ATS