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Eine Zur-Rose-Mitarbeiterin bereitet Medikamente für den Versand an Kunden vor. Wegen einer Einschränkung des Onlineversands durch das Bundesgericht setzt Zur Rose allerdings vermehrt auch auf stationäre Läden. (Archiv)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

(sda-ats)

Marketingkampagnen und einmalige Aufwendungen haben der Online-Apotheke und Ärztegrossistin Zur Rose 2016 rote Zahlen beschwert. Unter dem Strich schrieb das Unternehmen einen Verlust von 12,8 Millionen Franken, nach einem Gewinn von 3,4 Millionen Franken im Vorjahr.

Für eine deutschlandweite TV-Kampagne der Tochter DocMorris sowie Werbung für die Lancierung ihrer ersten Flagship-Apotheke in Bern gab Zur Rose 9 Millionen Franken aus, für die Einführung neuer IT-Systeme am Hauptsitz in Frauenfeld 2 Millionen Franken. Im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung im Herbst fielen Kosten von 3 Millionen Franken an.

Der Betriebsverlust (EBIT) belief sich auf 7,1 Millionen Franken, nach einem Gewinn von 8,4 Millionen Franken im Vorjahr. Ohne die oben genannten Aufwendungen liege das Ergebnis aber in der Vorjahresgrössenordnung, teilte Zur Rose am Dienstag mit. Die Marketinganstrengungen haben sich laut Communiqué beim Umsatz ausgezahlt: Dieser wuchs um 5,4 Prozent auf 880 Millionen Franken.

Die vor allem in Deutschland tätige niederländische Tochter DocMorris steuerte dazu 361 Millionen Franken bei - gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 12 Prozent. Mit rezeptfreien Arzneimitteln wurde gar ein Zuwachs von über der Hälfte erreicht. Dank einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Oktober sollen künftig auch die Verkäufe von rezeptpflichtigen Medikamenten stärker wachsen. Das Gericht hob die Preisbindung für diese auf.

Versandhandel in der Schweiz gebremst

In der Schweiz hingegen hatte das Bundesgericht das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln eingeschränkt. Das Bundesgericht hatte 2015 entschieden, dass Zur Rose auch rezeptfreie Medikamente nicht ohne Rezept über ihren Onlineshop verkaufen darf. Die Umsätze im Versandhandel sackten in der Folge im vergangenen Jahr um 7 Prozent ab. Umgekehrt konnte Zur Rose in der Schweiz mit der Belieferung von Ärzten mit Medikamenten um 4 Prozent zulegen.

Im Endkundengeschäft setzt das Unternehmen nach dem Bundesgerichtsentscheid vermehrt auf Apotheken vor Ort. Im August 2016 eröffnete Zur Rose beim Hauptbahnhof Bern ihren ersten Flagshipstore, wo unter anderem online bestellte Medikamente abgeholt werden können. Zudem überlässt die Detailhändlerin Migros der Zur Rose-Gruppe Ladenflächen. Im Sommer wird erstmals eine Apotheke in einen Migros-Laden integriert.

Ins Jahr 2017 ist Zur Rose bereits mit einem deutlichen Umsatzplus gestartet: Der Umsatz kletterte gemäss vorläufigen Zahlen von Januar bis März um 7 Prozent auf 229 Millionen Franken. In der Schweiz betrug der Zuwachs 2 Prozent, in Deutschland 13 Prozent.

SDA-ATS

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