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Handwerker hängen im Juni 1998 nach der genehmigten Fusion zwischen der früheren Schweizerischen Bankgesellschaft und des Schweizerischen Bankvereins die neuen UBS-Schilder auf. (Archiv)

KEYSTONE/REGINA KUEHNE

(sda-ats)

Vor 20 Jahren haben die Schweizerische Bankgesellschaft (SGB) und der Schweizerische Bankverein (SBV) ihre Fusion zur heutigen UBS bekanntgegeben. Es entstand nicht nur eine neue Schweizer Grossbank - es sind auch zwei unterschiedliche Bankkulturen verschmolzen.

Eine Kultur setzte sich dabei durch, wie Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann erläutert. Entscheidend beim Zusammenschluss war die Grösse der neuen Bank. "Die 1990er Jahre waren eine Periode der Konsolidierung im Finanzsektor, nicht nur in der Schweiz, sondern global", sagt Straumann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

Dass ausgerechnet diese beiden Traditionsbanken fusionierten, habe nicht einer gewissen Logik entbehrt. Der Bankverein war stark im angelsächsischen Investmentbanking und hatte dafür ein relativ dünnes Kapitalpolster. "Bei der Bankgesellschaft war es genau umgekehrt."

Es brauchte allerdings mehrere Anläufe, bis beide Seiten schliesslich zustimmten. Auch die Credit Suisse hatte der Bankgesellschaft damals ein Übernahmeangebot gemacht, war aber abgeblitzt.

Bankverein-Kultur setzte sich durch

SBG und SBV hätten sich vor der Fusion in ihrer Geschäftskultur unterschieden, erklärt Straumann. Der Bankverein war "angelsächsischer, informeller, weniger auf das Anciennitätsprinzip ausgerichtet". Die Kultur der Bankgesellschaft war hingegen "auf Stabilität ausgerichtet, schweizerisch geprägt und stärker militärisch-hierarchisch orientiert".

Die Fusionsbank war schliesslich von der Kultur des Bankvereins geprägt, weil SBV-Vertreter auf der oberen Managementstufe dominant waren. Dazu kam, dass SBG-Altlasten auf die Ergebnisse der jungen UBS drückten.

Die Bankverein-Führung "mitsamt ihrer auf Expansion getrimmten und angelsächsisch geprägten Kultur übernahm nun vollends das Ruder". Dies habe sicher mit dazu beigetragen, dass sich die UBS in den 2000er Jahren zu ehrgeizige Ziele gesetzt habe. Deren Umsetzung scheiterte, und die UBS geriet in den Strudel der Bankenkrise.

Die Bankenkrise ab dem Jahr 2007 traf die UBS besonders hart. Das Geldhaus musste nach dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes rund 60 Milliarden Franken abschreiben. Ohne staatliche Hilfe würde die UBS heute wohl nicht mehr existieren.

Neue Standards reichen nicht aus

Die Schweizer Grossbanken zogen Konsequenzen aus der Bankenkrise. Zehn Jahre danach setzte sich das Modell eines geschrumpften und domestizierten Finanzplatzes durch. "Wir haben zwar immer noch das Problem der impliziten Staatsgarantie bei den international ausgerichteten Grossbanken", sagt Straumann, "aber es ist nicht mehr so eklatant wie in der Boomzeit vor der Finanzkrise."

Der Rückbau des Investmentbanking habe die Grossbanken sicherer gemacht. Im Zentrum stünden die Vermögensverwaltung und das Schweizer Geschäft.

Durch neue staatliche Regulierungen sei die Bankenbranche insgesamt stabiler geworden, sagt Straumann. Doch findet er zugleich, dass die neuen Standards nicht ausreichen, um eine erneute Finanzkrise zu vermeiden. Auch sieht er das Problem eines Immobilienbooms, der möglicherweise abrupt zu Ende geht und die Schweizer Banken überfordern könnte.

"Viel wäre schon gewonnen, wenn die Banken die Verluste ohne Staatshilfe absorbieren könnten." Ob das gelingen kann, sei unmöglich vorauszusehen. Es hänge von der Intensität der jeweiligen Krise ab. Wichtig sei, dass man sich nun nicht zurücklehne und glaube, die Gefahr sei nicht mehr vorhanden.

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SDA-ATS