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Zwei deutsche Journalisten sind nach über viermonatiger Haft im Iran wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Bedingung für die Freilassung war offenbar ein Treffen zwischen dem deutschen Aussenminister Guido Westerwelle und Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad.

Wie es in diplomatischen Kreisen hiess, gingen der Freilassung wochenlange Kontakte voraus. Zuletzt ging die deutsche Seite davon aus, dass Westerwelle die beiden Männer nur dann mitnehmen kann, wenn es zu dem Treffen mit Ahmadinedschad kommt.

Um den Jahreswechsel hatte der iranische Aussenminister Ali Akbar Salehi Westerwelle "herzlich" nach Teheran eingeladen. Ausserdem verlangte die iranische Führung neben Geldstrafen von je 50'000 Dollar erfolgreich eine Entschuldigung des Springer-Verlages, dem die Journalisten der "Bild am Sonntag" angehören.

Ahmadinedschad nutzte das Treffen mit Westerwelle in der Nacht auf Sonntag medienwirksam, um seine Isolation in der westlichen Welt zu durchbrechen - inklusive Fototermin. Es war der erste Besuch eines deutschen Aussenministers im Iran seit 2003.

Teheran feiert

Regierung und Medien Irans feierten den Kurzbesuch Westerwelles am Sonntag als grossen aussenpolitischen Erfolg. "Die Reise von Westerwelle ist eine Niederlage der vorherigen Entscheidungen der Europäischen Union gegen den Iran", sagte Vize-Aussenminister Hassan Ghaschghawi der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA. Die Aussenminister der EU hatten beschlossen, dass keiner von ihnen in den Iran reist, so Ghaschghawi.

Obwohl Westerwelle selbst betonte, dass sein Besuch in Teheran nur der Freilassung der beiden Deutschen gedient habe und es "nicht der Tag der grossen Verhandlungen" gewesen sei, wies sein iranischer Kollege Salehi dies kategorisch zurück.

Auch das staatliche Fernsehen interpretierte den Westerwelle-Besuch als einen Versuch Deutschlands, den Kontakt zum Iran zu intensivieren.

Gefährliches Interview

Der Redaktor Marcus Hellwig und der Fotograf Jens Koch waren im Herbst 2010 für die "Bild am Sonntag" mit einem Touristenvisum in den Iran eingereist und hatten den Sohn der wegen Ehebruchs zum Tode durch Steinigung verurteilten Sakine Aschtiani interviewt. Dabei wurden sie verhaftet.

Westerwelle begleitete die beiden Journalisten Samstagnacht von Teheran nach Berlin. Sie wurden als psychisch und körperlich erschöpft beschrieben.

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SDA-ATS