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In Venezuela wächst der Druck auf die Gegner des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro. Der Bürgermeister der Stadt San Cristóbal, Daniel Ceballos, sei festgenommen worden, sagte Innenminister Miguel Rodríguez am Mittwoch im Staatsfernsehen.

Gegen den oppositionellen Politiker sei ein Haftbefehl wegen der Anstachelung zu einem Aufstand erlassen worden. Der Oberste Gerichtshof verkündete zudem die Festnahme des Bürgermeisters von San Diego im Norden Venezuelas. Enzo Scarano, der ebenfalls der Opposition angehört, werde die "Missachtung" seiner Amtspflichten vorgeworfen.

Das Parlament in Caracas sprach sich derweil dafür aus, im Zusammenhang mit den Protesten Ermittlungen gegen die oppositionelle Abgeordnete María Corina Machado wegen "Landesverrats, Terrorismus und Totschlags" einzuleiten.

Die Protestwelle hatte Anfang Februar in der westlich gelegenen Stadt San Cristóbal begonnen und sich später auf die Hauptstadt Caracas ausgeweitet. Ceballos ist nach Leopoldo López der zweite prominente Vertreter der Oppositionsbewegung Voluntad Popular (Volkswille), der wegen der Proteste verhaftet wurde.

Oppositionsführer López, der seit einem Monat in Untersuchungshaft sitzt, rief seine Anhänger am Dienstag in einem Brief zur Fortsetzung der Proteste auf.

Zahl der Todesopfer steigt

Nach Behördenangaben stieg die Zahl der Todesopfer bei den Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Regierungsgegnern inzwischen auf mindestens 30. Ein Polizist wurde demnach bei einem Einsatz gegen Demonstranten in San Cristóbal getötet.

Die seit Wochen anhaltenden Proteste von Studenten und rechten Regierungsgegnern richten sich gegen die grassierende Kriminalität, die verbreitete Korruption und die allgemeine Wirtschaftsmisere in Venezuela. Diese führt immer wieder zu Engpässen bei Artikeln des täglichen Bedarfs.

Für Donnerstag riefen Studenten aus Protest gegen die jüngsten Festnahmen zu weiteren Kundgebungen auf. Die Protestwelle stellt die bislang grösste Herausforderung für Maduro dar, der nach dem Tod des langjährigen Staatschefs Hugo Chávez im vergangenen Jahr ins Amt kam.

SDA-ATS