Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Ein oder mehrere Angreifer haben am Mittwochmorgen das Parlamentsgebäude in der kanadischen Hauptstadt Ottawa überfallen und zahlreiche Schüsse abgefeuert. Nach Angaben der Polizei und kanadischer Medien wurden beim Angriff mindestens einer der Angreifer und ein Wachsoldat getötet.

Kanada und die USA versetzten das gemeinsame Luftverteidigungskommando in erhöhte Alarmbereitschaft. Gepanzerte Fahrzeuge und schwer bewaffnete Polizisten gingen vor dem Gebäude im Zentrum Ottawas in Stellung.

Die Sicherheitskräfte riegelten das Parlament und den Regierungssitz ab. Premierminister Stephen Harper wurde in Sicherheit gebracht, wie Regierungssprecher Jason MacDonald über den Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Er befand sich nach Angaben eines Parteikollegen zum Zeitpunkt des Angriffs im Parlament.

Harper wollte sich laut Medienberichten noch am Mittwochnachmittag (Ortszeit) öffentlich zu den Ereignissen äussern.

Arbeitsminister Jason Kenney kondolierte über Twitter der Familie des getöteten Soldaten und erklärte, er bete für den verwundeten Wachmann am Parlamentsgebäude. "Kanada wird sich nicht terrorisieren oder einschüchtern lassen", erklärte der Minister.

Erster Angriff vor Kriegsdenkmal

Die Attacke begann am Morgen. Zunächst fielen vor dem Kriegsdenkmal unweit des Parlamentsgebäudes Schüsse, durch die der Wachsoldat schwer verletzt wurde. Rettungskräfte versuchten vergeblich, ihm mit einer Herzdruckmassage das Leben zu retten. Er erlag wenig später seinen Verletzungen.

Ein Augenzeuge beobachtete dann, wie ein Angreifer verfolgt von Polizisten ins Parlament rannte. "Sie schrien, alle sollten sich in Sicherheit bringen", berichtete der Parlamentsmitarbeiter Mac-André Viau. Im Parlament seien dann etwa 20 Schüsse aus einer automatischen Waffe abgefeuert worden.

Schusswechsel im Parlamentsgebäude

Auf einem von der Zeitung "The Globe and Mail" veröffentlichten Video wurde ein intensiver Schusswechsel im Inneren des Gebäudes erfasst. Die lokalen Medien berichteten von zwei bewaffneten Männern, die Polizei fahndete nach bis zu drei Angreifern.

Der Sender CBC meldete, mindestens einer der Angreifer sei bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden. Ein Polizist sagte, ein weiterer Angreifer habe sich womöglich auf dem Dach des Parlamentsgebäudes verschanzt. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, sich von Fenstern fernzuhalten.

Hintergrund unklar

Der Hintergrund des Angriffs war zunächst unklar. Auch in einem Einkaufszentrum nahe dem Parlamentsgebäude seien am Mittwoch Schüsse gefallen, berichteten kanadische Medien unter Berufung auf Polizeiangaben. Das Einkaufszentrum sei evakuiert worden, teilten die Betreiber per Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Die kanadischen Behörden hatten erst am Dienstag die Warnstufe für terroristische Gefahren um eine Stufe von gering auf mittel heraufgesetzt.

Zuvor hatte am Montag ein polizeibekannter Islamist bei Montréal zwei Soldaten mit dem Auto überfahren und einen von ihnen getötet. Anschliessend wurde der Täter von der Polizei erschossen. Die Tat des 25-Jährigen wurde von der Regierung in Ottawa als "terroristisch" bezeichnet.

Der junge Mann war nach Angaben der Behörden ein Anhänger der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die in den vergangenen Monaten in Syrien und im Irak weite Regionen erobert hat.

Die kanadische Luftwaffe soll demnächst die US-geführte Militärallianz unterstützen, die Stellungen des IS in beiden Ländern bombardiert. Die sunnitischen Fanatiker des so genannten Islamischen Staates haben ihre Anhänger weltweit zu Angriffen in den Staaten aufgerufen, die der internationalen Allianz angehören oder sie unterstützen.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.










SDA-ATS