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Bei Protesten gegen das Wahlergebnis in Kenia sind zwei Anhänger des unterlegenen Oppositionskandidaten getötet worden.

KEYSTONE/EPA/KABIR DHANJI

(sda-ats)

Bei Protesten gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Kenia hat die Polizei zwei Demonstranten erschossen. Der gewaltsame Zwischenfall ereignete sich nach Behördenangaben am Mittwoch in Mathare, einem Armenviertel der Hauptstadt Nairobi.

Dort demonstrierten wegen Fälschungsvorwürfen zahlreiche Anhänger von Oppositionsführer Raila Odinga gegen das Abstimmungsergebnis. Odinga hatte die Wahl am Dienstag offiziellen Auszählungen zufolge deutlich gegen Amtsinhaber Uhuru Kenyatta verloren.

"Diese Ergebnisse sind eine Fälschung, die Wahlen 2017 sind ein Betrug", hatte Odinga nach der Veröffentlichung der Hochrechnungen gesagt. Er sprach von kriminellen Hackerangriffen auf das elektronische Wahlsystem des Landes.

Wie vorläufige Zahlen der Wahlkommission am frühen Mittwochmorgen zeigten, entfielen auf Kenyatta bis zu diesem Zeitpunkt etwa 55 Prozent der rund 11,9 Millionen gezählten Stimmen. Sein Herausforderer Raila Odinga lag bei zunächst 44 Prozent der Stimmen. Ausgezählt waren da bereits die Stimmen von knapp 32'000 der mehr als 40'000 Wahllokale.

"Was hier vor sich geht, ist ein Schwindel", sagte Odinga in einer Mitteilung am Mittwochmorgen. Es müsse sauber und glaubwürdig geklärt werden, wie die einzelnen Wahlkreise abgestimmt hätten. Die bisherigen Ergebnisse seien falsch. Sein Parteienbündnis Nasa habe ein eigenes Auszählungszentrum, sagte Odinga bei einer Pressekonferenz. Dessen Auswertung zeige, dass Nasa in Führung liege.

Zusammenstösse im Westen des Landes

Zu gewalttätigen Protesten kam es auch in der Oppositionshochburg Kisumu im Westen des Landes. Die Wahlen am Dienstag hingegen waren nach Angaben von Polizei und Wahlbehörde weitestgehend friedlich verlaufen.

Die Zusammenstösse nach den Wahlen schüren die Angst vor einer Ausweitung der Gewalt. Vor zehn Jahren war Kenia nach einem knappen Wahlausgang von blutigen Unruhen mit mehr als 1100 Toten erschüttert worden. 600'000 Menschen waren damals vertrieben worden.

Kenyatta und Odinga lieferten sich einen harten Wahlkampf. Der Oppositionsführer warf seinem Konkurrenten immer wieder Wahlbetrug vor.

Für die beiden Top-Favoriten der Präsidentschaftswahl steht viel auf dem Spiel: Der 72-jährige Odinga, von 2008 bis 2013 Regierungschef, trat zum vierten und vermutlich letzten Mal als Kandidat für das Amt an. Der seit 2013 amtierende Kenyatta - der Sohn des ersten Präsidenten Kenias - möchte nicht als erster Staatschef in die Geschichte Kenias eingehen, dem nur eine Amtszeit vergönnt war.

Eine Woche Zeit

Gemäss Verfassung müssen die Wahlergebnisse innert sieben Tagen verkündet werden, es könnte allerdings auch schon früher soweit sein. Die Wahlkommission werde die vorläufigen Ergebnisse weiterhin über einen Liveticker anzeigen, während die Stimmen ausgezählten werden, sagte die Wahlkommissarin Roselyn Akombe.

Nasa berichtete nach den Wahlen von Bestechungsfällen und vorausgefüllten Stimmzetteln in einigen Wahllokalen. Auch die Jubilee-Partei von Kenyatta beschwerte sich über ähnliche Vorfälle.

Neben dem Präsidenten und beiden Kammern des Parlaments haben die Kenianer in den 47 Verwaltungsbezirken des Landes auch neue Gouverneure und Regionalvertretungen gewählt. Gerade in ethnisch gemischten Bezirken könnte es Experten zufolge zu Gewalt kommen.

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SDA-ATS