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Der regionale Generalvikar für Graubünden im Bistum Chur, Andreas Rellstab, hat sein Amt zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um die zweite Demission einer Führungskraft in der Diözese innert einer Woche wegen Differenzen mit Bischof Vitus Huonder.

Bischof Huonder bedaure den Entschluss von Andreas Rellstab, teilte das Bistum am Donnerstag mit. Der Demission des regionalen Generalvikars seien längere, ergebnisoffene Gespräche vorausgegangen.

Der 46-jährige Rellstab hatte am Donnerstagmorgen verlauten lassen, mit seinem Rücktritt komme er der Entlassung durch den Bischof zuvor. Huonder dementiert diese Darstellung: Dies entspreche nicht der Wahrheit, heisst es in der bischöflichen Mitteilung.

Dem Bischof ist das Problem nicht klar

Rellstab sass seit Sommer 2008 als Generalvikar in der Bistumsleitung. Bischof Huonder teilte mit, wo die inhaltlichen Differenzen lägen, die Generalvikar Rellstab bewogen hätten, sein Amt niederzulegen, sei "ihm bis heute nicht klar".

Rellstab erwähnt in seiner Mitteilung, er sei mit dem Diözesanbischof in "wichtigen Sachfragen sowie im Führungs- und Kommunikationsstil" nicht einig.

Die Demission Rellstabs erfolgte just eine Woche nach derjenigen von Ernst Fuchs, dem Leiter des Priesterseminars St. Luzi in Chur. Fuchs tritt ab wegen "schwerwiegender sachlicher Differenzen mit Bischof Huonder", wie er mitteilte.

Rellstab bleibt im Bistum

Für Bischofssprecher Giuseppe Gracia besteht zwischen den zwei Demissionen ein Zusammenhang. "Herr Rellstab und Herr Fuchs sind befreundet", sagte Gracia. Rellstab sei ein ausserordentlich qualifizierter Mann, aber intransparent", sagte der Bischofssprecher der Nachrichtenagentur SDA weiter.

Zwei der Besten "verheizt"

In einer Stellungnahme meldeten sich am Donnerstag die Generalvikare Josef Annen (Zürich/Glarus) und Martin Kopp (Urschweiz) zu den Abgängen von Rellstab und Fuchs zu Wort. Schweigen würde von vielen nicht verstanden, schreiben sie.

Mit Ernst Fuchs und Andreas Rellstab seien "zwei unserer besten Leute in kurzer Zeit verheizt" worden, heisst es in der Mitteilung. Eigenständige und bestqualifizierte Priester hätten kein gedeihliches Zusammenwirken mit Bischof Vitus Huonder erreicht. "Das weckt grösste Bedenken um die Zukunft unseres Bistums und um seine Führung", schreiben Annen und Kopp.

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SDA-ATS