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Bei blutigen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 230 wurden verletzt, als ultrakonservative Muslime am Samstagabend zwei Kirchen anzündeten und sich Strassenkämpfe mit koptischen Christen lieferten.

Auslöser waren Gerüchte über die Hochzeit einer koptischen Christin mit einem Muslim. Die ägyptischen Streitkräfte nahmen am Sonntag 190 Menschen fest, die Verdächtigen müssen sich vor einem Militärgericht verantworten.

Augenzeugen zufolge strömten Hunderte Muslime vor die Kirche im Viertel Imbaba und forderten die Freilassung der Frau, die angeblich gegen ihren Willen in dem Gotteshaus festgehalten wurde. Das Gebäude wurde von zahlreichen Kopten geschützt.

Bei der Auseinandersetzung fielen Schüsse, auch von Hausdächern aus sei geschossen worden, erklärten die Augenzeugen. Die von ultrakonservativen Religionsführern aufgestachelten Muslime warfen Brandbomben auf die Kirche, Wohnhäuser und Geschäfte.

Stundenlange Auseinandersetzungen

Die Gewalt griff auf umliegende Strassen über, auch Wohnhäuser in der Nähe der Kirche gerieten laut Augenzeugen in Brand. Später wurde eine weitere Kirche in der Nähe angegriffen und in Brand gesetzt. Anwohner stürmten ein nahe gelegenes sechsstöckiges Gebäude und legten Feuer. Christen hätten von dort auf Muslime geschossen, sagten sie.

Soldaten und Polizisten versuchten die Menge mit dem Einsatz von Tränengas aufzulösen. Sie konnten die Lage aber erst nach Stunden unter Kontrolle bringen. Unter den Getöteten waren der amtlichen Nachrichtenagentur MENA zufolge sechs Muslime und drei Christen. Welchem Glauben das zehnte Todesopfer angehörte, war zunächst unklar.

Die ägyptische Regierung und muslimische Geistliche verurteilten die Gewalt am Sonntag. Nach einer Krisensitzung des Kabinetts sagte Justizminister Abdel Asis al-Gindi, die Regierung wolle die Sicherheit im Land "mit eiserner Hand" garantieren. Alle, die der Sicherheit schaden wollten, müssten mit einem harten Vorgehen rechnen.

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen bezeichnete der Justizminister als eine "Gegenrevolution", die von Anhängern des gestürzten Präsidenten Husni Mubarak inszeniert worden sei.

Koptische Christen sind eine Minderheit

Am Sonntag schlugen noch immer Flammen aus den Fenstern von Gebäuden, auf Strassen lagen Möbel. Die Streitkräfte sicherten die Kirchen, deren Brände mittlerweile gelöscht waren und in deren Inneren sich Anwohnern zufolge noch Christen versteckt hielten.

Ehen zwischen Angehörigen der muslimischen Mehrheit und der koptischen Minderheit sind in Ägypten tabu. Heiratet eine Christin einen Muslim, wird sie aus der Kirche ausgeschlossen.

Rund zehn Prozent der 80 Millionen Ägypten sind koptische Christen. Viele von ihnen fühlen sich von der muslimischen Bevölkerungsmehrheit benachteiligt.

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SDA-ATS