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(neu: Aussagen aus Pressekonferenz, Ausblick, Details, Aktienkurs, Händlerstimme, Katastrophenschäden 2011)
MÜNCHEN (awp international) - Europas grösster Versicherer Allianz hat 2010 trotz teurer Stürme, Erdbeben und Fluten einen kräftigen Gewinnsprung erzielt. Die Aktionäre sollen durch eine höhere Dividende an dem Milliardengewinn teilhaben. Für 2011 gab sich Vorstandschef Michael Diekmann vorsichtig optimistisch und will das operative Ergebnis etwa stabil halten. Gefahren sieht er jedoch in einer steigenden Inflation, weiteren Katastrophen nach dem Australien-Hochwasser und dem jüngsten Erdbeben in Neuseeland. Auch die klassische Lebensversicherung sei in Gefahr - wegen der geplanten neuen Kapitalvorschriften.
Die Allianz-Aktie rutschte nach den Nachrichten fast ans Ende des Dax . Um die Mittagszeit lag das Papier mit 3,20 Prozent im Minus bei 101,25 Euro. Einige Börsianer äusserten sich enttäuscht über die Höhe der Dividende, andere bemängelten den vorsichtigen Ausblick.
GEWINNSPRUNG
Für 2011 peilt die Allianz einen operativen Gewinn von etwa 8 Milliarden Euro an. Wegen Schwankungen an den Finanzmärkten und drohender Inflation könnte die Zahl aber auch um eine halbe Milliarde höher oder niedriger ausfallen, sagte Diekmann.
Im vergangenen Jahr steigerte die Allianz ihren operativen Gewinn dank des boomenden Geschäfts mit Investmentfonds um 17 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Eine halbe Milliarde verdankte der Versicherer allerdings günstigen Wechselkursen und einer veränderten Bilanzierung im US-Geschäft. Der Umsatz wuchs um neun Prozent auf den Rekordwert von 106,5 Milliarden Euro. Unter dem dem Strich verdiente die Allianz 5,05 Milliarden Euro, rund ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Die Dividende soll um zehn Prozent auf 4,50 Euro steigen. Zugleich baute die Allianz ihre Finanzstärke aus: Das Eigenkapital wuchs um elf Prozent auf 44,5 Milliarden Euro, die Solvabilitätsquote verbesserte sich um neun Prozentpunkte auf 173 Prozent.
STÜRMEN UND BEBEN GETROTZT
Die Erdbeben, Stürme und Überschwemmungen des vergangenen Jahres konnten der Allianz nicht viel anhaben. Die Schäden aus Naturkatastrophen kosteten den Konzern 1,3 Milliarden Euro und damit fast dreimal so viel wie ein Jahr zuvor. Vor allem das Erdbeben in Chile und die Fluten in Osteuropa drückten auf den Konzerngewinn. Weil die Entwicklung in Frankreich, Italien und anderen Regionen besser verlief, blieb nach Abzug der Kosten für Schäden und Verwaltung dennoch mehr von den Prämieneinnahmen übrig als ein Jahr zuvor. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von 97,4 auf 97,2 Prozent.
Für 2011 hat die Allianz unterdessen schon die ersten Grossschäden zu verbuchen. Die Überschwemmung in Brisbane und der Zyklon Yasni in Australien sowie das jüngste Erdbeben in Neuseeland dürften die Allianz bis zu 300 Millionen Euro kosten, sagte Diekmann. Trotzdem soll die Schaden-Kosten-Quote in diesem Jahr auf unter 97 Prozent sinken.
KASSENSCHLAGER IN GEFAHR
Unterdessen fürchtet die Allianz um einen ihrer Kassenschlager, die klassische Lebensversicherung. Die Kapitalvorschriften mit dem Namen "Solvency II" entwickelten sich "zu einer Bedrohung für die klassische Altersvorsorge", sagte Diekmann. Die Regeln sollen die Versicherer voraussichtlich ab dem Jahr 2013 zwingen, für eingegangene Verpflichtungen wie den Garantiezins mehr Kapital zurückzulegen. Damit würden die Garantien so teuer, dass sich das Produkt für den Kunden nicht mehr lohne, kritisierte Diekmann. Controlling-Vorstand Oliver Bäte forderte die Politik zur Einmischung auf: "Es ist nicht Aufgabe des Regulators zu entscheiden, ob wir private Altersvorsorge in Deutschland haben. Sonst macht der Regulator nämlich Sozialpolitik."
Gehandelt hat die Bundesregierung bereits bei dem Garantiezins für die Lebensversicherung. Dieser soll Anfang nächsten Jahres von jetzt 2,25 auf dann 1,75 Prozent sinken. Davon zeigte sich Diekmann weniger beeindruckt. Für den Kunden komme es auf die Gesamtverzinsung an, die ein Versicherer biete. Hier habe die Allianz in den letzten Jahren im Schnitt bei 5,6 Prozent gelegen. Die Nachfrage nach Lebensversicherungen zog 2010 noch einmal an. Die gesamte Sparte legte bei Prämieneinnahmen und operativem Gewinn zu.
FONDSGESCHÄFT BOOMT
Besonders stark legte die Allianz im Geschäft mit Investmentfonds und anderen Anlageprodukten zu. Vor allem der Verkauf von Rentenfonds-Anteilen sei "gewissermassen durch die Decke" gegangen, sagte Diekmann. Die für Kunden verwalteten Anlagen wuchsen um ein Viertel auf 1,2 Billionen Euro. Der operative Gewinn der Sparte sprang um fast die Hälfte auf 2,1 Milliarden Euro nach oben.

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