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Alpenfestung Davos

Die Bündner Stadt wappnet sich gegen allfällige Störmanöver und unerwünschte Demonstrationen.

(swissinfo.ch)

Das Weltwirtschaftsforum, das am Donnerstag (25.01) in Davos beginnt, steht unter einem schlechten Stern. Die Globalisierer werden vermutlich mehr Fragen stellen als Antworten geben. Die neue Regierung der USA und die ungewisse Zukunft der amerikanischen Wirtschaft verunsichern die Welt. Die Gegner sind militant und derart mächtig, dass sie zumindest im Vorfeld dem WEF die Schau stehlen.

Von Panik und Hysterie ist in Davos (noch) nichts zu spüren. Doch die Stimmung ist nicht die allerbeste. Einladend wirkt der beliebte Kurort nicht. Polizeikontrollen müssen an den Zufahrtsstrassen passiert werden. Das Kongresszentrum ist abgesperrt, mit Stacheldraht umzäunt und von Polizei und Sicherheitswächtern umgeben. Nur wenige Touristen schleichen die Hauptstrasse auf und ab. Sogar das Wetter spielt nicht mit. Der Himmel ist düster.

Zu Reden geben zudem im Vorfeld des WEF's weniger die illustren Teilnehmer - Staatsmänner, Wirtschaftsführer, Wissenschaftler - als die Gegner. Öffentlich aufgetreten sind sie bis anhin zwar nicht, doch die Aufmerksamkeit der Medien dürfen sie ungeteilt beanspruchen. Denn die Furcht vor einer Eskalation ist gross. Nicht zuletzt weil das Verbot für eine am Samstag vorgesehene Demonstration unterdessen auch vom Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden bestätigt worden ist. "Illegale Handlungen werden nicht geduldet", erklärte Markus Reinhardt, Polizeikommandant des Kantons Graubünden, "die Demonstration bleibt unbewilligt und ist somit illegal."

Während einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag (24.01.) warben unter anderem Markus Reinhardt und Peter Aliesch, Regierungspräsident Graubünden, für Verständnis für ihre Haltung - und für das Demonstrationsverbot. "Wir sind gute Gastgeber", betonte Aliesch, doch angesichts des gewaltätigen Umfeldes und der Erfahrungen, die man letztes Jahr in Davos und vor kurzem noch in Melbourne, Seattle, Prag und Nizza gemacht habe, traue man den Beteuerungen der Organisatoren der Demonstration nicht mehr. Diese betonen zwar, eine friedliche Demonstration zu wollen, doch Gewalt könnten sie nicht ausschliessen.

Dreihundert Einreisesperren sind von Bundesrätin und Justizministerin Ruth Metzler schon verhängt worden. Die militanten Gegner will man bereits an der Schweizer Grenze festhalten. Dennoch stellt sich die Frage, wie man Demonstrationswillige von gewöhnlichen Touristen unterscheiden kann. Schliesslich wurden Erstere aufgefordert, kreativ zu sein und "verkleidet" im rassigen Skianzug über die Berge nach Davos zu wedeln. "Wir haben kein Rezept", gab Reinhardt zu. Allerdings könne man an der Skiausrüstung potentielle Demonstranten von Touristen unterscheiden: "Demonstranten besitzen gewöhnlich nicht die modernste aller Skiausrüstungen."

Wie auch immer das 31. Weltwirtschaftsforum vorbei- und zu Ende gehen wird, eines ist gewiss: Die Gegner haben zumindest im Vorfeld dem WEF die Schau gestohlen und dessen Legitimation ernsthaft in Frage gestellt. So sahen sich die WEF-Organisatoren während den letzten Tagen gezwungen, in grossen Inseraten und mit langen Artikeln in nationalen und internationalen Medien ihre Anliegen zu verteidigen und zu rechtfertigen.

Carole Gürtler, Davos


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