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Neuenburg (awp) - Der Energiekonzern Alpiq hat im ersten Halbjahr 2010 den Gegenwind von den Devisen- und Aktienmärkten zu spüren bekommen. Dies belastete sowohl das operative Ergebnis als auch das Finanzergebnis. Und bei einem leicht rückläufigen Umsatz erzielte das Unternehmen entsprechend einen deutlich tieferen Reingewinn. Der Ausblick für 2010 fällt vorsichtig aus. Zwar will Alpiq die Vorjahreswerte erreichen, sieht dies aber als unsicher an.
Von Januar bis Juni erzielte die Gruppe einen Nettoumsatz von 7'041 Mio CHF, ein Minus von 0,8%. Der EBITDA stieg um 1,8% auf 735 Mio CHF, während der EBIT um 4,6% auf 482 Mio CHF zurückging. Der Reingewinn reduzierte sich gar um 10,4% auf 293 Mio CHF, wie Alpiq am Freitag mitteilte.
Die Monate Januar bis Juni seien in einem anspruchsvollen Umfeld zufriedenstellend ausgefallen, heisst es im Halbjahresbericht. Nachdem im ersten Quartal noch eine deutliche Ergebnissteigerung erzielt worden sei, hätten sich die Resultate im zweiten Quartal aber wieder abgeschwächt. Zusätzlich seien sowohl die operativen wie auch die Finanzergebnisse von der negativen Entwicklung des Euros und den rückläufigen Aktienmärkten belastet worden.
Mit den vorgelegten Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten im Grossen und Ganzen getroffen. Die ZKB und die Bank Vontobel hatten einen Umsatz von 7'010 bzw. 6'954 Mio, einen EBIT von 501 bzw. 482 Mio und einen Reingewinn von 302 bzw. 284 Mio CHF prognostiziert.
Im Segment Energie sank der Umsatz um 0,9% auf 6'101 Mio CHF. Der Energieabsatz erhöhte sich um 13,3% auf 70,452 Terawattstunden. Der EBITDA stieg um 1,7% auf 731 Mio CHF, während der EBIT um 3,8% auf 510 Mio CHF zurückging.
Einen erhöhten Ergebnisbeitrag leisteten in der Division insbesondere die Schweizer Produktionskapazitäten mit dem erneut in Betrieb genommenen Speicherkraftwerk Bieudron (Cleuson-Dixence), das Asset Trading und das Optimierungsgeschäft, wie Alpiq erklärte. Ebenfalls positiv wirkten sich die verbesserten Betriebsmargen aus dem Vertriebs- und Grosshandelsgeschäft in Zentral-Europa aus. Für Belastungen sorgten dagegen sinkende Preise zu Jahresbeginn, die allgemein negative Marktentwicklung in Italien sowie die erhöhten Brennstoffkosten in den Kraftwerken Zentral-Europas.
Das Segment Energieservice erreichte einen knapp stabilen Umsatz von 965 Mio CHF (-0,2%). Der EBIT sank um 13 Mio CHF auf 15 Mio CHF. Der Rückgang sei hauptsächlich auf saisonale Einflüsse und teilweise auf die schlechtere Preisqualität der Aufträge zurückzuführen, heisst es.
Das Marktumfeld habe sich in der Sparte allgemein stabiler gezeigt, so Alpiq weiter. In der Schweiz profitierte das Baunebengewerbe demnach von einer insgesamt zufrieden stellenden Nachfrage. In den Zentren und bei Grossprojekten hätten die Preise aber stark unter Druck gestanden. Das Investitionsverhalten der Netzbetreiber werde durch den Druck der Regulatoren auf die Netzentgelte, die Verkäufe von Netzen und die langwierigen Genehmigungsverfahren negativ beeinflusst.
Der Ausblick für das Gesamtjahr fällt vorsichtig aus. Wegen des nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Umfelds und des vergleichsweise tiefen Eurokurses rechnet Alpiq mit leicht rückläufigen Resultaten. Das Überangebot und der Wettbewerbsdruck würden anhalten, was zu weiteren Margeneinbussen führe. Aus heutiger Sicht sei keine nachhaltige Trendwende erkennbar.
Trotz verstärkter Anstrengungen auf der Vertriebs-, Handels- und Optimierungsseite sowie konsequentem Kostenmanagement werde es kaum möglich sein, die bereits eingetretene Unterschreitung der Ergebnisse von 2009 aufzuholen, schreibt das Unternehmen. "Das Erreichen der Vorjahreswerte bleibt weiterhin unser Ziel", wird CFO Kurt Baumgartner zitiert. Dies sei allerdings nur möglich, wenn klare Verbesserungen bei den wesentlichen Ergebnistreibern, insbesondere den derzeit tiefen Spreads aus der Gas- und Kohleproduktion sowie dem Euro, einträten.
cc/uh

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