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Alstom will 4000 Stellen streichen - bis zu 750 in der Schweiz (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 04. Oktober 2010 - 20:00 publiziert

Paris (awp/sda) - Der französische Industriekonzern Alstom will weltweit rund 4000 Stellen streichen. Dabei könnten bis zu 750 Stellen in der Schweiz, vor allem in den Aargauer Werken Baden und Birr, wegfallen.
Die Massenentlassungen betreffen den Bau von Turbinen für Kohle- und Gaskraftwerke, wie Alstom am Montag ankündigte. Grund seien die Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Das Geschäft mit Kraftwerken der erneuerbaren Energieträger Wasser und Wind ist dagegen ausgenommen. Der Stellenabbau solle bis März 2012 vollzogen werden.
Wie Carsten Nemitz, Sprecher von Alstom Schweiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte, könnten in den Schweizer Werken bis zu 750 von 6200 Stellen wegfallen. Das sei der Rahmen; die konkrete Zahl stehe noch nicht fest. Nun würden Gespräche mit den Sozialpartnern aufgenommen.
Neben der Schweiz sind laut der Pariser Konzernzentrale vor allem Standorte in Deutschland und den USA betroffen. In zweiter Linie werden Stellen in Grossbritannien, Ungarn, Norwegen und Frankreich gestrichen.
1000 Arbeitsplätze will Alstom dadurch einsparen, dass Mitarbeiter in Pension gehen oder Temporärverträge nicht verlängert werden. Nicht betroffen ist das zweite Standbein des Konzerns, das Transportgeschäft, wo Alstom unter anderem den Hochgeschwindigkeitszug TGV herstellt.
Alstom hatte im Jahr 2000 die ABB Kraftwerke AG mit Sitz in Baden übernommen, welche aus der traditionsreichen Brown, Boveri & Cie. (BBC) entstanden war. Alstom ist der grösste Arbeitgeber im Aargau.
Der Verband Angestellte Schweiz kritisierte, dass - wie beim Abbau von 550 Stellen im Jahr 2004 - die Schweiz wieder überproportional betroffen sein solle. In Frankreich, dem Heimatland des Alstom-Konzerns, seien nur gerade 200 Stellenstreichungen geplant. Dagegen solle in Birr knapp die Hälfte der Belegschaft ihren Arbeitsplatz verlieren.
Der Verband und die Gewerkschaft Unia wollen für den Erhalt möglichst vieler Stellen kämpfen. Alstom solle prüfen, wie weit die aktuelle Krise mit Kurzarbeit überbrückt werden könnte. Auch solle sich der Bundesrat für den Werkplatz Schweiz einsetzen.
Aus Sicht der Unia ist der Industriestandort Baden gefährdet. Die Gewerkschaft bezeichnete es als skandalös, dass die Arbeitnehmer über den Stellenabbau nicht vorinformiert wurden und aus den Medien davon erfahren mussten.
Damit habe die Pariser Alstom-Zentrale die gesetzlichen Bestimmungen des Schweizer Obligationenrechts und das im Gesamtarbeitsvertrag der Maschinenindustrie bei Massenentlassungen festgelegte Verfahren verletzt. Die Unia forderte eine rasche und umfassende Information der Vertragspartner.
Alstom orientierte den Kanton am Montag wie der Aargauer Regierungsrat und Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann (SP) auf Anfrage der SDA sagte.
Die Abbaupläne seien eine traurige Nachricht. "Wir erwarten von Alstom, dass sie eine möglichst sozialverträgliche Lösung sucht", sagte Hofmann. Alstom habe signalisiert, dass der Standort Schweiz und auch der Aargau als Forschungs- und Entwicklungsstandort nicht grundsätzlich in Frage gestellt seien.
ra

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