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Altdorf erhält den Wakker-Preis 2007

Altdorf erhält den Wakker-Preis. Im Bild: Anbau des renovierten Suworow-Hauses.

(Keystone)

Altdorf im Kanton Uri erhält dieses Jahr den Wakkerpreis als Anerkennung seiner klaren und landschaftsverträglichen Raumentwicklung.

Diese vom Heimatschutz jährlich vergebene Auszeichnung geht an Gemeinden, die sich besonders um ihr Ortsbild und den Gebäudeschutz bemühen.

Die Vielzahl gelungener Neubauten und Sanierungen in und um den Hauptort des Kantons Uri sei erstaunlich, begründet der Schweizerische Heimatschutz (SHS) seinen Entscheid.

Basierend auf dem Leitbild von 2006 strebe die Gemeinde Altdorf gemeinsam mit den Nachbargemeinden und dem Kanton eine massvolle bauliche Entwicklung an, hält der SHS weiter fest.

Wichtige Planungsmittel seien Kernzonen- und Quartierrichtpläne, Wettbewerbe und Studienaufträge. Die Bauvorhaben in der Kernzone werden zudem von einem Fachgremium beurteilt.

Die hohen Anforderungen an die architektonische Qualität zeigten sich sowohl in Projekten, welche die Gemeinde selber realisiert habe, als auch bei zahlreichen privaten Vorhaben, deren Gestaltung gefördert worden sei.

Beispiele Suworow-Haus oder Schulanlage St. Karl

Beispielhaft sind für den SHS unter anderem die Renovation des Suworow-Hauses aus dem Jahre 1550 oder der Umbau und die Erweiterung der 1953 erbauten Schulanlage St. Karl.

Das Suworow-Haus gilt als eines der bedeutendsten Gebäude im Kanton Uri. Ein neuer Treppenhausturm in Sichtbeton wurde zum sichtbaren Zeichen für die Wiederbelebung.

Die neue Schulanlage füge sich harmonisch in die Hofumfassung des angrenzenden Frauenklosters ein. Ein grosszügiger Kiesplatz ist sowohl Pausen- wie auch öffentlicher Platz - laut SHS "eine glückliche Hervorhebung des öffentlichen Raums am Übergang vom Dorf zur Landschaft".

Weiter hebt der SHS die Anstrengungen der Gemeinde Altdorf im Zusammenhang mit der Sanierung der historischen Natursteinmauern hervor, welche das Dorf in einem Netz von rund 16 Kilometern durchziehen.

Natursteinmauern vor Zerfall bewahrt

In einem landesweit einzigartigen Projekt habe die Gemeinde in den letzten Jahren die Sanierung von rund acht Kilometern der vom Zerfall bedrohten Mauern vorangetrieben und damit einen beispielhaften Beitrag zur Pflege des Ortsbildes geleistet.

Die Finanzierung dieses Projekts erfolgte durch die öffentliche Hand, den Fonds Landschaft Schweiz und die Grundstückseigner (20%). In einer zweiten Etappe soll nun die Sanierung der Trockenstein-Mauern der Umgebung angepackt werden.

Der Preis wird am kommenden 12. Mai übergeben. Letztes Jahr war Delsberg mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet worden.

Das Preisgeld hat mit 20'000 Franken eher symbolischen Charakter. Der Wert der Auszeichnung liegt in der öffentlichen Anerkennung.

In den 70er-Jahren erfolgte die Auszeichnung unter anderem von Stein am Rhein, Guarda oder Ernen vor dem Hintergrund, dass die Erhaltung historischer Zentren nicht selbstverständlich war.

Siedlungsraum weiterentwickeln

Im heutigen Fokus stehen Gemeinden, die ihren Siedlungsraum unter zeitgenössischen Gesichtspunkten sorgfältig weiterentwickeln.

Hierzu gehören insbesondere das Fördern gestalterischer Qualität bei Neubauten, ein respektvoller Umgang mit der historischen Bausubstanz sowie eine vorbildliche, aktuelle Ortsplanung.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Der Schweizer Heimatschutz (SHS) wurde 1905 gegründet, als man auch in der Schweiz die negativen Auswirkungen der Industrialisierung auf die Agglomerationen zu spüren begann.

Er bemüht sich um die Erhaltung der Landschaften und der nationalen Architektur, finanziert Restaurierungen und unterstützt die städtische Entwicklung.

Der SHS verleiht jedes Jahr drei Preise: den Wakkerpreis für Gemeinden, die besonderes Augenmerk auf die Stadt-Entwicklung und den Schutz des Ortsbilds werfen;

den Schultheiss-Preis für die besondere Pflege von Pärken und Gärten;

den Heimatschutz-Preis für Bemühungen zum Schutz des Lebensraums und der Lebensqualität.

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Wakkerpreis

Der mit 20'000 Franken dotierte Wakkerpreis wird seit 1972 vergeben und geht auf ein Vermächtnis des Genfer Geschäftsmannes Henri-Louis Wakker zurück.

Dieses Jahr erhielt der Hauptort des Kantons Uri, Altdorf, für seine vorbildliche Leistung bei der Siedlungs- und Ortsbild-Entwicklung die Auszeichnung.

Der Preis wurde letztes Jahr der jurassischen Gemeinde Delsberg für ihre klare raumplanerische Strategie zu Gunsten einer qualitätsorientierten Stadtentwicklung verliehen.

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