US-Präsident Donald Trump hat jüdischen Wählern der US-Demokraten "Illoyalität" vorgeworfen und damit scharfe Kritik jüdisch-amerikanischer Organisationen hervorgerufen.

"Es ist unklar, wem gegenüber (laut Trump) Juden 'illoyal' seien sollen, aber Anschuldigungen von Illoyalität wurden schon lange dazu benutzt, um Juden anzugreifen", schrieb Jonathan Greenblatt von der Anti-Diffamierungsliga (ADL) in New York in der Nacht zu Mittwoch auf Twitter. Er forderte dazu auf, damit aufzuhören, "Juden als politischen Spielball zu verwenden".

Trump hatte zuvor Juden in den USA, die für die Demokraten stimmen, Illoyalität unterstellt. Seine Äusserungen fielen im Zusammenhang mit der Kontroverse um seinen Streit mit den demokratischen Kongressabgeordneten Ilhan Omar und Rashida Tlaib. Beide unterstützen die Boykottbewegung gegen Israel BDS ("Boycott, Divestment and Sanctions").

Israel hatte den Demokratinnen vergangene Woche mit Verweis auf ihre Unterstützung der BDS-Kampagne die Einreise verwehrt, nachdem Trump die Regierung von Benjamin Netanjahu zu diesem Schritt gedrängt hatte.

David Harris, Vorsitzender des American Jewish Committee in Washington, verurteilte Trumps Aussagen ebenfalls. Er bezeichnete sie in einer Mitteilung als "auf schockierende Weise spaltend und unziemlich für den Inhaber des höchsten Amtes". Amerikanische Juden hätten wie alle anderen Amerikaner unterschiedliche politische Haltungen. "Seine Einschätzung ihres Wissens oder ihrer 'Loyalität', basierend auf ihrer Parteipräferenz, ist unpassend, unerwünscht und absolut gefährlich."

Die Chefin des Jewish Democratic Council, Halie Soifer, erklärte, der Präsident habe "kein Recht, jüdischen Amerikanern zu sagen, er wisse, was am besten für uns ist und unsere Loyalität einzufordern."

Der demokratische Präsidentschaftsanwärter Bernie Sanders schrieb bei Twitter, er sei "ein stolzer Jude". Bei der Präsidentschaftswahl 2020 werde er einen jüdischen Kandidaten der Demokraten wählen, fügte er an: sich selbst.

Schlagworte

Neuer Inhalt

Horizontal Line


Externer Inhalt

Warum fehlt die weibliche Kunst in den Schweizer Museen?

SWI plus Banner

  • Relevante Meldungen kompakt aufbereitet
  • Fragen und Antworten für die Fünfte Schweiz
  • Diskutieren, mitreden und vernetzen

Mit einem Klick ein Plus für Sie!


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.