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André & Cie: Aus in der Schweiz

Überbringer schlechter Nachrichten: Friedrich Sauerländer.

(Keystone Archive)

Die in finanziellen Schwierigkeiten steckende André & Cie - eines der grössten Rohstoff-Handelshäuser der Welt - stellt den kommerziellen Betrieb in Lausanne ein. Dadurch gehen bis Ende Jahr weitere 100 Stellen verloren.

Der Konzern habe mit den Banken keine Übereinkunft erzielen können und deshalb diesen Entscheid gefällt, teilte Generaldirektor Friedrich Sauerländer am Freitag (09.03.) an einer Medienkonferenz mit. Es sei ein Gesuch um Nachlassstundung eingereicht worden.

Eigenmittel schmelzen dahin

Die Gruppe habe Ende Januar noch über Eigenmittel von 19 Mio. Franken verfügt. Pro Monat fielen derzeit Verluste von 6 Mio. Franken an. Damit habe sich abgezeichnet. Das Gesuch um Nachlassstundung sei unausweichlich geworden.

Die Einstellung des kommerziellen Betriebes betrifft den Sitz der Gesellschaft in Lausanne sowie die defizitären Aktivitäten in Europa und Afrika. Das Unternehmen werde dagegen die Aktivitäten in Brasilien, Argentinien und Asien weiterführen, hiess es.

Das Personal sei am Freitagmorgen über die Massnahmen informiert worden. Der bereits Anfang Jahr auf Grund der Restrukturierung vereinbarte Sozialplan komme auch hier zur Anwendung.

Schon früher Stellen gestrichen

Bereits im Januar hatte die Gruppe die Streichung von weltweit 700 bis 850 Stellen angekündigt, 75 von insgesamt 240 in der Schweiz. Im vergangenen Jahr waren darüber hinaus schon 60 Arbeitsplätze in Lausanne gestrichen worden.

Die André & Cie war im letzten Jahr in Schieflage geraten. Laut einem Bericht des Westschweizer Magazin "Hebdo" sollen sich die Verluste auf 285 Mio. Dollar (450 Mio. Franken) belaufen haben. André räumte seinerzeit nur den Verlust einer grossen Summe ein.

Der grösste Teil - gemäss "Hebdo" 178 Mio. Dollar - entfiel auf Italien. Dort habe sich ein Händler der römischen Partnerfirma Saroc mit festen Termingeschäften verspekuliert und grosse Verluste eingefahren, gestand das Unternehmen damals ein.

Mit Problemen kämpfte der Konzern auch in Argentinien, wo grosse Investitionen für die Verarbeitung von Ölfrüchten getätigt wurden. André musste die Strategie überdenken, da die begrenzte Rentabilität solche Investition nicht rechtfertigte, hiess es.

Vernichtende Bilanz

Generaldirektor Sauerländer, der im Oktober eingestellt worden war, hatte im Januar ein hartes Urteil über die André-Gruppe gefällt. Dem Unternehmen fehlten eine Leistungskultur, Kontrollen des Betriebsablaufs, Transparenz, Kommunikation und Führung.

swissinfo und Agenturen


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