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FRANKFURT (awp international) - Die angekündigte Megafusion zwischen der Deutschen Börse und dem transatlantischen Börsengiganten NYSE Euronext hat an den Märkten für Euphorie gesorgt. Am Mittwoch reagierte bereits die NYSE-Aktie in New York mit einem kräftigen Kurssprung. Am Donnerstagmorgen zog die Deutsche Börse nach und stieg zu Handelsbeginn zunächst deutlich, gab dann aber einen Teil der Kursgewinne wieder ab. Zahlreiche Analysten und Händler sowie Anlegerschützer äusserten sich positiv zu dem angestrebten Zusammengang.
"Wir unterstützen das Vorhaben der Deutschen Börse, den Konsolidierungsprozess in der Branche aktiv voranzutreiben", äusserte sich die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Vor allem, dass die Frankfurter bei einer solchen Fusion als führender Partner "am Steuer" sässen, sei erfreulich.
"Ein attraktiver Deal, der auch strategisch sinnvoll ist", lautete das Urteil von Analyst Arnaud Giblat von der Schweizer Bank UBS. Er sieht für die Deutsche Börse vor allem Vorteile in ihrem dem Handel nachgeordneten Bereich der Abwicklung und Verwahrung von Wertpapieren. Aus Aktionärssicht sind laut Unicredit-Analyst Bernd Müller-Gerberding allerdings die Anteilseigner der NYSE die grösseren Profiteure, auch wenn die Fusion seines Erachtens Vorteile für beide Seiten bringen dürfte.
AKTIEN-KURSE ZIEHEN TEILS KRÄFTIG AN
Der Blick auf die Kursentwicklung beider Aktien bestätigt diese Einschätzung: Während die Titel der NYSE-Euronext am Mittwoch in New York um rund 14 Prozent hochsprangen und an diesem Morgen im Pariser Handel etwas mehr als 7 Prozent gewannen, legten die Deutsche-Börse-Aktien nach einem Plus von acht Prozent zum Handelsauftakt zuletzt nur um knapp vier Prozent zu. "Auf Basis der Kurse vor der Handelsaussetzung am Mittwoch errechnet sich im geplanten Umtauschverhältnis 60:40 eine Prämie von circa 10 Prozent auf den NYSE-Kurs und ein Abschlag in Höhe von etwa 5 Prozent auf die Bewertung der Deutsche-Börse-Aktien", erklärte ein Händler. Die Aktien des Frankfurter Marktbetreibers dürften im Handelsverlauf also weiter Gewinne abgeben.
Die beiden Unternehmen hatten am Mittwoch erklärt, sie befänden sich in "fortgeschrittenen Fusionsverhandlungen". Ob es in diesem zweiten Anlauf zum Zusammenschluss komme, sei aber noch nicht sicher. Bereits im Jahr 2006 hatte sich die Deutsche Börse um einen Zusammenschluss mit der Mehrländerbörse Euronext bemüht, war mit ihrem Vorhaben jedoch gescheitert. Letztlich übernahm damals die NYSE dann den paneuropäischen Börsenverbund.
ck/wiz

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