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Ansturm auf "müller.ch"

Grünes Licht für Umlaute in Internet-Adressen.

(swissinfo.ch)

Umlaute sind kein Hindernis mehr für eine eigene Internet-Adresse: Das bisherige Internet-Alphabet in der Schweiz wird um 31 Zeichen erweitert.

Die Registrierstelle Switch rechnet mit einer Flut von Anfragen.

Ab nächsten Montag kommen erstmals auch die Bählers, Öttikers und Müllers in unserem Land in den Genuss von namensechten Internet-Adressen. Das blieb ihnen bisher wegen der Beschränkung auf den englischen Zeichensatz verwehrt.

Nun stehen ab 1. März die so genannten Internationalised Domain Names (IDN) zur Verfügung. Damit stehen den Schweizer Haltern von Internet-Domänen auch Umlaute und Akzente zur Auswahl.

Ansturm auf Domänen mit ä, ö, ü

Wer eine Domäne mit Umlauten oder Akzenten reservieren will, muss kommenden Montag, um 12.00 Uhr, flinke Finger beweisen. Die Schweizer Registrierstelle Switch rechnet mit einem regelrechten Ansturm auf die neuen Adressen, denn es mahlt zuerst, wer zuerst kommt.

Roland Eugster, zuständig für Marketing und PR bei Switch, rechnet aufgrund der IDN mit rund 30'000 neuen Adressen innerhalb eines Jahres.

Eugster erwartet Verständnis dafür, dass die Antwortzeiten bei der Registrierung am Montag etwas länger dauern könnten als sonst. Die Anwendung, die den Anmeldeprozess unterstützt, lasse nur eine gewisse Anzahl gleichzeitiger Benutzer zu.

Das Rennen um "müller.ch"

Bisherige Besitzer von Domänen, die Umlaute umschreiben mussten, haben am Montag keine Startvorteile. Für die Adresse "bühler.ch" gibt es drei Interessenten, die bisher auf andere Schreibweisen ausweichen mussten. Walter Bühler aus dem Zürcher Oberland ("buehler.ch") ist aber noch nicht sicher, ob er sich um "bühler.ch" bemühen soll. Mangels Zeit habe er sich seit längerem nicht mehr um seine Homepage kümmern können.

Das gleichnamige Unternehmen in Uzwil will sich nächsten Montag "bühler.ch" ergattern. Sollte es erfolgreich sein, würde die Adresse aber nicht gegen aussen kommuniziert, hiess es dort.

Die gleiche Strategie fährt die Gemeinde Bühler im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Entschiede sie das Rennen für sich, würde der Surfer auf die bisherige Adresse "buehlerar.ch" umgeleitet.

In Zürich liegen gleich vier Parteien auf der Lauer. Sowohl der Kanton, als auch die Stadt, Zürich-Tourismus und die Zürich Versicherung erheben Anspruch auf "zürich.ch".

Seit vier Jahren betreibt die Stadt Zürich allerdings ein Portal ("zuerich.ch"), wo sich die Benutzer für eine der vier Homepages entscheiden können. Diese Lösung wolle man auch nach der Registrierung von "zürich.ch" beibehalten, sagte der Internet-Beauftragte der Stadt.

Hingegen dürfte die Entscheidung um die Domäne "müller.ch" sehr knapp werden. Ein Schweizer Online-Telefonbuch spuckt 45'000 Einträge zum Suchbegriff "Müller" aus.

Auch in Deutschland und Österreich

Auch in Deutschland fällt am 1. März der Startschuss für Internet-Adressen mit Umlauten. Insgesamt sollen 92 zusätzliche Buchstaben zur Verfügung stehen, zum Beispiel auch mit französischen Akzenten oder anderen Sonderzeichen.

In Österreich werden, allerdings erst am 31. März, zunächst nur 34 statt der ursprünglich geplanten 92 Sonderzeichen eingeführt. Dadurch sollen mögliche technische Probleme vermieden werden, wie die österreichische Registrierstelle mitteilte.

swissinfo und Clifford Padevit (sda)

Fakten

Ab 1. März:
Internet-Alphabet in der Schweiz um 31 Zeichen erweitert
In Deutschland: Um 92 Zeichen erweitert
In der Schweiz wird innert Jahresfrist mit 30'000 neuen Adressen gerechnet

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In Kürze

Im Auftrag des Bundesamts für Kommunikation (BAKOM) vergibt und verwaltet die Stiftung Switch die Internet-Domänen von ".ch" und ".li" (Liechtenstein). Als Domäne bezeichnet man den Teil einer Internet-Adresse, der zwischen "www." und ".ch" steht.

Internet-Domänen mit Umlauten und Akzenten werden von den gängigen Surfprogrammen (Browser) und E-Mail-Programmen noch nicht unterstützt. Die Anwender müssen technisch nachrüsten.

Wer ab 1. März die Homepage "äpfel.ch" ansteuert und eine Fehlermeldung erhält, muss seinem Browser erst die Umlaute beibringen. Gleich verhält es sich mit E-Mails, deren Adresse ä, ö oder ü enthalten.

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