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Appell an Romands und Tessiner

Bundesrat Pascal Couchepin: "Der Minderheitspartner muss voller Selbstvertrauen sein." Keystone

Für Bundesrat Pascal Couchepin ist eine Koexistenz der Sprachregionen ohne einen gewissen Kräfteausgleich nicht möglich. Die Westschweizer und Tessiner müssten sich aber mehr durchsetzen und besser behaupten.

Dieser Inhalt wurde am 13. Dezember 2000 - 13:34 publiziert

Wie Bundesrat Pascal Couchepin gemäss der Mittwochausgabe (13.12.) der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» anlässlich des FDP-Fraktionsessens sagte, müssen die Romands und Tessiner ihre Eigenheiten betonen, «kreativ sein in allen Bereichen, ohne falsche Scham, und man wird uns respektieren».

«Wir müssen unsere Trümpfe ausspielen, ohne ungesundes Jammern, aber auch ohne unnötige, sprich gefährliche, Aggressivität», sagte Couchepin gemäss «Le Temps» weiter. Nur so könne die Schweiz im Interesse aller funktionieren.

«Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist ein Abgleiten in einen Zustand permanenter Inferiorität», sagte der Volkswirtschaftsminister weiter. Dies würde vielleicht zwar gönnerhafte Freundschafts-Bekundungen auslösen, wahrscheinlicher aber eine Art Mitleid, welches sich schliesslich in ein ständiges Misstrauen verwandeln könne.

Keine idyllische Liebesgeschichte

Die Geschichte der Schweiz sei keine idyllische Liebesgeschichte zwischen den Konfessionen und Sprachregionen. Im Gegenteil, es sei eine Geschichte der sozialen, kulturellen und sprachlichen Spannungen, überwunden nach einer Periode gewalttätiger Krisen und Kriege, sagte Couchepin gemäss «Le Temps» weiter.

Zeigte sich der Minderheits-Partner gefestigt und voller Selbstvertrauen, dann habe der stärkere Partner den Dialog gesucht. Zusammen hätten beide Seiten institutionelle Mechanismen geschaffen, welche eine friedliche Koexistenz erlaubten - «in Erwartung einer neuen Krise mit neuen Lösungen».

Bundesrat Leuenberger: Bereichernde Unterschiede

Die kulturelle Vielfalt der Schweiz war auch das Thema einer Ansprache von Bundesrat Moritz Leuenberger am Dienstagabend (12.12) in Bern vor der Helvetia Latina, wie die Vereinigung mittetilte.

Kulturelle Unterschiede sind nach Meinung Leuenbergers bereichernd und nicht automatisch mit Minderheits-Problemen gleichzusetzen. Der Föderalismus lasse einen Röstigraben durchaus zu, wobei es an der Landesregierung liege, dafür zu sorgen, dass die wirtschaftlichen Unterschiede nicht zu gross würden.

Der designierte Bundespräsident glaubt an den festen Willen der Schweizer Bevökerung, trotz aller Unterschiede friedlich zusammenzuleben. Daran müsse aber immer wieder gearbeitet werden.


swissinfo und Agenturen

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