Arbeitgeber entdecken Familienpolitik

Familienfreundlichkeit mit Hintergedanken: Die Arbeitgeber brauchen dringend zusätzliche Arbeitskräfte. Keystone

Der Schweizerische Arbeitgeberverband will sich für eine familienfreundliche Politik einsetzen. Mit einer Informations-Offensive möchte der Verband dafür sorgen, dass Familien-Pflichten und Beruf besser unter einen Hut gebracht werden können.

Dieser Inhalt wurde am 16. Dezember 2000 - 12:32 publiziert

Um den Familien entgegenzukommen, brauche es unbedingt mehr Kinderhorte, sagte Arbeitgeber-Direktor Peter Hasler in einem Interview mit dem Zürcher Tagesanzeiger. Auch an den Schulen gehe zu wenig: Blockzeiten seien überfällig, damit die Frauen nicht unnötig Zeit verschwenden müssten, um zwischen Schule und Heim hin und her zu pendeln.

Am gleichen Strick ziehen

Familien seien die sozialpolitische Herausforderung der nächsten Jahre. Der Verband rufe die Firmen dazu auf, Unterstützung zu leisten. Auch die Öffentlichkeit und die Eltern sollten das ihre dazu beitragen. Wenn alle am gleichen Strick zögen, werde Bewegung in die Sache kommen, sagte Hasler weiter.

Familien als Armutsrisiko

Dass sich die Arbeitgeber bisher wenig um Familienpolitik gekümmert hätten, müsse sich ändern. Familien sind laut Hasler ein Armutsrisiko. Ein Entwurf für eine familienpolitische Strategie werde demnächst an die Firmen verschickt. Der Verband arbeite dabei mit Pro Familia, Pro Juventute und dem Krippenverband zusammen.

Arbeitgeber wollen Doppelverdienerinnen

Hasler verschwieg nicht, dass die familienfreundliche Offensive nicht ganz uneigennützig lanciert wird. Wenn die Schweiz ihre Erwerbsquote vor dem Hintergrund der starken Konjunktur anheben wolle, so seien die Arbeitgeber in den nächsten Jahren massiv auf Doppelverdienerinnen angewiesen.

swissinfo und Agenturen

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