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Arbeitslosenquote auf vier Prozent gestiegen

Die Suche nach möglichen Stellen wird schwieriger.

(Keystone)

Die Arbeitslosenquote in der Schweiz hat im November erstmals seit fünfeinhalb Jahren wieder die Marke von 4% erreicht. Ende November waren 157'000 Menschen arbeitslos.

Eine höhere Arbeitslosenquote war letztmals im April 1998 mit 4,2% verzeichnet worden.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) machte darauf aufmerksam, dass die Zunahme nur noch halb so gross war wie im Vorjahresmonat. Besonders hart traf es den Bau und das Gastgewerbe.

Die Arbeitslosenquote stieg im November von 3,8 auf 4,0%, wie das seco am Montag mitteilte. Bei den Arbeitsämtern waren Ende November 156'598 Menschen als arbeitslos eingeschrieben, 5339 mehr als im Vormonat.

Insgesamt waren 222'282 Menschen auf Stellensuche; das waren 7232 mehr als im Oktober. Die Zahl der offenen Stellen ging dagegen um 192 auf 7652 zurück. Fast 3000 Arbeitslose verloren im Berichtsmonat ihr Recht auf Entschädigung, davon 500 wegen der jüngsten Gesetzesrevision und ihrer kürzeren Bezugsdauer.

Baugewerbe stark betroffen

Von der Zunahme besonders betroffen war das Baugewerbe. Dort stieg die Arbeitslosigkeit um 16,6%; 1206 Bauarbeiter mehr als im Vormonat waren als arbeitslos eingeschrieben. Einen ähnlich hohen Anstieg verzeichnete nur noch die Land- und Forstwirtschaft.

Im Gastgewerbe, einer weiteren typischen Saisonbranche, stieg die Arbeitslosigkeit um 6,2%. Zu den wenigen Branchen mit einer verbesserten Situation gehörten die Versicherungen, wo die Zahl der Arbeitslosen um 0,4% zurückging.

Markanter Anstieg bei den Jugendlichen

Überdurchschnittlich betroffen waren auch die Jugendlichen. Bei den 15- bis 24-Jährigen stieg die Zahl der Arbeitslosen um 4,4%. Die Arbeitslosenquote beläuft sich in dieser Kategorie nun auf 5,5%.

Jean-Luc Nordmann, seco-Direktor für Arbeit, wies jedoch darauf hin, dass sich die Situation bei den Lehrlingen, den Schülern und Studenten stabilisiert habe.

Von den 26 Kantonen mussten im November 22 eine Zunahme der Arbeitslosigkeit verkraften. Die höchste Quote hatte nach wie vor der Kanton Genf mit 6,8%, den höchsten Anstieg verzeichnete das Tessin, wo sich die Arbeitslosigkeit um 0,5 Prozentpunkte auf eine Quote von 4,8 erhöhte. Die gleiche Quote wies Zürich auf, der am meisten betroffene Deutschschweizer Kanton.

Kurzarbeit weiter im Vormarsch

Die Kurzarbeit in der Schweiz hat im Oktober weiter zugenommen. Gemäss seco arbeiteten 8696 Menschen mit reduziertem Pensum, 723 mehr als im Vormonat. Die Zahl der dadurch ausgefallenen Arbeitsstunden erhöhte sich um fast 18% auf 570'917. 32 zusätzliche Betriebe führten im Oktober Kurzarbeit ein, wodurch sich das Total der betroffenen Firmen auf 701 erhöhte.

Vor Jahresfrist hatten erst 467 Betriebe Kurzarbeit eingeführt. Nordmann erinnerte daran, dass Kurzarbeit eine Chance sein könne, um Entlassungen zu verhindern. In diesem Sinne werde sie vom Bund auch gefördert.

seco spricht von positiver Entwicklung

Das seco sprach trotz der jüngsten Zunahme der Arbeitslosigkeit von einer positiven Entwicklung. Nordmann wies darauf hin, dass die monatliche Zunahme der Arbeitslosen nur noch etwa halb so gross gewesen sei wie zur gleichen Zeit im Vorjahr.

Saisonbereinigt sei gar erstmals seit März 2001 ein Rückgang verzeichnet worden. Das sei zwar noch keine eindeutige Trendwende, aber doch eine sehr positive Entwicklung.

Nordmann rechnet für 2003 unverändert mit einer mittleren Arbeitslosenquote von 3,7%. Bis im Januar werde die Arbeitslosenzahl noch auf über 160'000 Menschen zunehmen, bevor dann zuerst saisonale und später auch konjunkturelle Elemente für eine Abschwächung sorgten.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Arbeitslosenquote:
November 2003: 4,0% (156'598)
Oktober 2003: 3,8% (5339 weniger)
222'282 Stellensuchende im November 2003

Infobox Ende

In Kürze

Von 3,8% im Oktober ist die Arbeitslosenquote in der Schweiz im November auf 4,0% gestiegen. Die Zunahme ist vorab saisonal bedingt. Ende November waren 156'598 Personen als arbeitslos gemeldet. Das sind 5339 mehr als im Oktober.

Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) mitteilte, sind im Berichtsmonat insgesamt 222'282 Stellensuchende registriert worden, 7232 mehr als im Vormonat. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen nahm gleichzeitig um 192 auf 7652 ab.

Deutlich zugenommen hat dagegen die Kurzarbeit.

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