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(neu: Händlerstimmen, Aussagen aus Pressekonferenz)
LUXEMBURG (awp international) - Der weltgrösste Stahlkonzern ArcelorMittal hat sich 2010 langsamer von den Einbrüchen der Wirtschaftskrise erholt als viele Konkurrenten. Für dieses Jahr ist das Unternehmen aber wieder optimistischer. "Wir erwarten, dass 2011 besser als 2010 wird", sagte Vorstandschef Lakshmi Mittal am Dienstag bei der Bilanz-Pressekonferenz in Luxemburg. Das operative Ergebnis (EBITDA) soll im ersten Quartal dank anziehender Nachfrage und wieder steigender Preise auf 2 bis 2,5 Milliarden US-Dollar steigen, für das zweite Viertel stellte das Unternehmen weitere Zuwächse in Aussicht. Die zuletzt gedrosselte Produktion will der Konzern wieder hochfahren.
An der Börse kam der wiedergewonnene Optimismus gut an. Die Aktie legte bis zum Mittag 3,5 Prozent zu und war damit bester Wert im EuroStoxx 50 . Der Ausblick habe deutlich über den Erwartungen des Marktes gelegen, sagten Händler. Die Zahlen für das vergangene Jahr seinen dagegen gemischt ausgefallen. Beim Umsatz und beim EBITDA habe das vierte Quartal positiv überrascht, beim Nettogewinn seien die Erwartungen aber verfehlt worden.
UNSICHERHEITEN FÜR ZWEITE JAHRESHÄLFTE
"Wir sehen eine starke Erholung in den USA, ein moderates Wachstum in China und ein Wiederauffüllen der Lager in Europa", sagte Vorstandschef Mittal. Noch als unsicher beurteilte er die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte. "Ich bin aber überzeugt, dass die zweite Hälfte dieses Jahres besser sein wird als die des vergangenen." Die Rohstoffpreise dürften seiner Einschätzung nach im zweiten Quartal ihren Höhepunkt erreichen. Diese will der Konzern an seine Kunden weitergeben.
In der zweiten Hälfte 2010 gelang das nicht. Seit dem Sommer hatte ArcelorMittal mit sinkender Nachfrage und Preisdruck zu kämpfen. Das belastete die Margen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) lag im Schlussquartal mit 1,85 Milliarden Dollar zwar am oberen Ende der Konzernprognose, aber deutlich unter dem Ergebnis des zweiten Quartals.
NETTOVERLUST IM VIERTEN QUARTAL
Unter dem Strich rutschte der Konzern zwischen Oktober und Dezember sogar in die roten Zahlen und verbuchte einen Verlust von 780 Millionen Dollar. Hauptgrund dafür war eine Abschreibung auf die inzwischen abgespaltene Edelstahlsparte. Im Gesamtjahr blieb ein Überschuss von 2,9 Milliarden Dollar übrig nach 157 Millionen Dollar im Krisenjahr 2009. Der Umsatz stieg 2010 um gut ein Viertel auf 78 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn legte um mehr als 50 Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar zu, lag damit aber noch weit unter dem Ergebnis des Rekordjahrs 2008, als ArcelorMittal ein EBITDA von knapp 24,5 Milliarden Dollar erzielt hatte.
Konkurrenten wie der deutsche ThyssenKrupp-Konzern hatten zuletzt schneller aufgeholt. Als Hauptgrund für das schwächere Abschneiden von ArcelorMittal gilt die grössere Abhängigkeit von der weiterhin schwächelnden Baubranche und den sich bislang nicht so schnell erholenden Märkten in Nordamerika sowie Süd- und Osteuropa. Der Konzern fuhr deshalb seine Produktion auf nur noch 69 Prozent Auslastung im vierten Quartal herunter. Sechs Monate zuvor hatte sie noch bei 78 Prozent gelegen. Unter anderem wurde ein Hochofen im brandenburgischen Eisenhüttenstadt abgeschaltet. ThyssenKrupp arbeitete dagegen dank seiner Fokussierung auf Auto- und Maschinenbau praktisch unter Volllast.
AUSLASTUNG UND INVESTITIONEN SOLL STEIGEN
Im ersten Quartal 2011 soll die Auslastung nun wieder deutlich auf 76 Prozent steigen. So wird derzeit der Hochofen in Eisenhüttenstadt wieder angeblasen, so dass in Deutschland dann wieder alle Anlagen laufen. Dass einige Anlagen für immer abgeschaltet werden könnten, sei derzeit nicht geplant, sagte Vorstandschef Mittal. Allerdings würden die Werke auf ihre Wettbewerbsfähigkeit überprüft.
Angesichts des Aufschwungs kündigte der Konzern in diesem Jahr eine Verdoppelung seiner Investitionen auf 5 Milliarden Dollar an, ein Drittel davon soll in das eigene Bergbaugeschäft entfallen. ArcelorMittal baut seine eigene Rohstoffversorgung stark aus, um sich so vor den steigenden Preisen zu schützen. Zuletzt sicherte sich der Konzern den Zugriff auf den kanadischen Erzproduzenten Baffinland. Die Dividende soll mit 75 US-Cent je Aktie 2011 konstant bleiben./enl/dct/wiz
--- Von Erik Nebel, dpa-AFX ---

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