Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

Architektur bewegt

Spielerisches auf der Arteplage in Biel.

(expo02.ch/Yves André)

Zentraler Bestandteil der Expo.02 ist die Architektur. Sie gibt nicht nur der Ausstellung ein Aussehen, sie gehört auch zum Attraktivsten, was geboten wird.

Architektur bewegt die Menschen. Die Architektur ist deshalb auch an der sechsten schweizerischen Landes-Ausstellung ein zentrales Element. Jede Arteplage hat ein architektonisches Wahrzeichen. Sie sind die Ikonen der schweizerischen Landes-Ausstellung.

Stille von Murten

Ein riesiger Würfel aus rostendem Stahl ragt in Murten aus dem See; einem zwölfgeschossigen Hochhaus ähnlich, das auf dem Wasser schwimmt. Entworfen wurde das Konstrukt vom französischen Star-Architekten Jean-Nouvel.

Nouvel ist der Popstar unter den international anerkannten Architekten. Kahlköpfig, gross und massig und stets mit einer gewissen Arroganz auftretend, fällt er ebenso auf wie seine Bauten. Hierzulande ist er vor allem als Architekt des Kunst- und Kongresszentrums in Luzern bekannt; aber auch andere grossartige Bauten wie das "Centre du Monde Arabe" in Paris sind sein Werk.

Nouvel versucht stets, jedes Gebäude auf dessen jeweiligen originären Kontext abzustimmen. Transparenz, Licht und Schatten spielen dabei eine grosse Rolle. Auch in Murten fügt sich der Monolith harmonisch ins Umfeld ein, obwohl er kaum einen grösseren Kontrast darstellen könnte. Aber das ist Nouvels Stärke: Etwas Neues, Auffälliges zu schaffen, ohne das Bestehende zu übergehen.

Idyllische Ufer-Landschaft

In Neuenburg bildet die Arteplage eine Welt zu Wasser und zu Lande: Drei Ufos, zwei Brücken und eine Plattform bilden das architektonische Umfeld. Die Architektur symbolisiert ein künstliches Schilffeld: Drei ovale Dächer - 30 Meter hohe und bis zu 103 Meter lange Luftkissen - stehen für die flachen Steine, die man so oft am Ufer findet. Sie schweben über der Plattform, dem Schilffeld, nur Brücken verbinden sie. 460 Stahlpfähle bilden den Grund.

Die Idee zur Arteplage stammt vom französisch-schweizerischen Designer-Team "Multipack". Deren Konstruktions-Philosophie in Bezug zu Neuenburg war geprägt vom Ephemeren und Flüchtigen.

Entscheidend dabei ist aber, dass das Ephemere auf der Arteplage weder sichtbar noch spürbar ist: die Plattform ist zwar schnell hingebaut und kann ebenso leicht wieder verschwinden. Doch der Besucher muss den Eindruck haben, dass er auf festem Grund wandelt.

Wolkenzauber

Farbige Blumenhügel fallen in Yverdon-les-Bains auf. Sinnlichkeit und Schönheit sind angesagt. Und über allem schwebt eine künstlich, sich ständig verändernde Wolke. Das internationale Designerteam EXTASIAS hat hier eine artifizielle Hügel-Landschaft modelliert, in der sich gemäss Expo-Führer, Medientechnologie und Blumenmeere miteinander verbinden.

Die Wolke, schon weit sichtbar, ist der spektakuläre Blickfang. Sie steht für Poesie, Geheimnis, Vergänglichkeit - und sie ist begehbar. Das Konstrukt aus dünnen Stahlstäben ist mit Tausenden von kleinen Düsen ausgerüstet, die Wasser versprühen. Die zerstäubten Wassertröpfchen bilden eine Wolke und hüllen das Gerüst in eine Wolke.

Erfunden wurde die künstliche Wolke in New York, von den Architekten Diller & Scofidio. "Das Ganze ist ein einziges grosses Abenteuer", sagt Diller. "Wie sich die Wolke bei den verschiedenen Luft-Feuchtigkeiten und unter den jeweiligen Wind-Verhältnissen verhalten wird, wissen wir erst, wenn wir es erleben."

Finger in den Himmel

Wie Finger ragen drei Türmen auf der Arteplage in Biel in den Himmel. Beim Betrachten kommen viele Assoziationen auf: Drei eidgenössische Schwurfinger, drei stolze Türme schweizerischer Burgen oder doch eher moderne Türme, Zeichen der Technologie, die keine Grenzen, nicht einmal den Himmel, zu kennen scheint?

Sie gehen auf einen Entwurf des österreichischen Architekten-Teams "Coop Himmelb(l)au" zurück. Das Büro ist bekannt für unkonventionelle Architektur: Rechte Winkel, gerade Wände oder klar begrenzte Räume sind Fremdworte für sie. Sie lieben vielmehr farbige Wohntürme, die wie Äste eines Baumes zum Himmel ragen - ähnlich wie die Expo-Türme in Biel. Bloss sind sie da futuristische silbern.

Carole Gürtler und Agenturen

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.