Gotthard: SBB ziehen positive Bilanz
Die SBB haben von der Schliessung des Gotthard-Strassentunnels profitiert: 70'000 Autos benutzten den Autoverlad, 2000 LKWs kamen per Bahn ins Tessin.
Im Nord-Süd-Reiseverkehr nahm die Nachfrage durchschnittlich um 30% zu. «Im Flautemonat November haben wir gegen 100’000 zusätzliche Fahrgäste registriert», sagte SBB-Sprecher Roland Binz zu den Zahlen.
Auch wer mit dem Auto unterwegs war, benutzte häufig die Bahn. Die durchschnittliche Auslastung des als Notmassnahme wieder in Betrieb genommenen Autoverlads zwischen Airolo und Göschenen lag nach Angaben der Schweizerischen Bundesbahnen bei 45%, bei schlechtem Wetter gar bei 100%.
Kein Autoverlad mehr
Am kommenden Freitag wird der Autoverlad mit der Wiedereröffnung des Strassentunnels wieder eingestellt. Die ebenfalls als Notmassnahme eingerichtete Rollende Landstrasse zwischen Brunnen und Lugano bleibt bei entsprechender Nachfrage dagegen noch in Betrieb. Über sie wurden rund 2000 Lastwagen ins Tessin transportiert.
Diese sogenannte KurzRoLa war durchschnittlich zu 75% ausgelastet. Täglich verkehrten während der Tunnelschliessung vier Züge pro Richtung mit 14 LKW-Stellplätzen.
Gefragt war auch die reguläre RoLa. Die Nachfrage zog dort laut SBB nach der Tunnelschliessung um 14% an. Der herkömmliche Wagenladungs-Verkehr über den Gotthard nahm um 7% zu. Grösser war die Zunahme beim Cargo-Express.
Kein Defizitgeschäft
Insgesamt haben die SBB bis heute rund 1,7 Mio. Franken in kurzfristige Anpassungen der Gleis-, Stellwerk- und Verlade-Infrastruktur investiert. Inwiefern sich die Sofortmassnahmen auch finanziell ausgezahlt haben, ist noch offen.
«Wir konnten sicher keine Goldgrube ausheben», sagte Binz. Aber ein Defizitgeschäft sei ausgeschlossen, zumal das Bundesamt für Verkehr zugesichert habe, dass die Kosten in diesem Fall im Rahmen der Notmassnahmen vom Bund getragen werden.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch