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Attacke im Regionalzug "Keine Chance", willkürliche Gewalt zu verhindern

Ein Offizier der Schweizerischen Bahnpolizei und ein Angestellter der Sicherheitsfirma Securitrans (links) patrouillieren am Hauptbahnhof Zürich.

Ein Offizier der Schweizerischen Bahnpolizei und ein Angestellter der Sicherheitsfirma Securitrans (links) patrouillieren am Hauptbahnhof Zürich.

(Keystone)

Eine tödliche Attacke wie jene vom Samstag in einem Regionalzug, wo ein Mann Feuer legte und mit einem Messer auf Passagiere losging, lasse sich nicht verhindern. Das sagt der Chef einer Firma, die für die Sicherheit im öffentlichen Verkehr eingesetzt wird.

"Wir haben keine Chance, solche Fälle zu verhindern. Es ist kaum möglich, dass die Sicherheitsorgane am richtigen Ort sind, wenn jemand, der den Behörden nie aufgefallen ist, völlig überraschend kriminelle Handlungen begeht", sagt Martin Graf, CEO der Securitrans AG, in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger. Securitrans ist eine Tochtergesellschaft der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und der Sicherheitsfirma Securitas.

Am Samstagnachmittag entfachte ein 27-jähriger Mann in einem Regionalzug der Südostbahn im St. Galler Rheintal ein Feuer und stach mit einem Messer auf Passagiere ein. Eine Frau und später auch der Täter selbst erlagen den Verletzungen, fünf weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Laut Graf war der Regionalzug "bisher absolutes Friedensgebiet".

Attacke im Regionalzug

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"In der Regel kontrollieren wir zu jenen Zeiten und an jenen Orten, wo am meisten passiert – während den Stosszeiten, vor allem abends und an den Wochenenden. Damit liegen wir zu 99% richtig", sagt Graf. Aber es sei schwieriger, mögliche Übeltäter zu entdecken, wenn sich diese am Bahnhof und sogar bei der Billett-Kontrolle normal verhielten.

"Für unsere Leute ist das die alltägliche Schwierigkeit. Wenn niemand auffällt, und sie jemanden ohne Grund kontrollieren, ernten sie meist nur Unverständnis", sagt Graf.

Hans-Ruedi Schürch, Präsident des Schweizerischen Lokführerverbands, fordert, dass auf jedem Zug eine Begleitperson mitfahren soll, wie es bis vor 20 Jahren der Fall gewesen sei. Danach wurde das Zugbegleitpersonal auf Regionalzügen immer mehr abgeschafft, um Geld zu sparen. Anstatt Fahrkarten im Zug zu beschaffen, müssen die Passagiere in der Schweiz diese in den meisten Fällen im Voraus kaufen. "Das Sicherheitsgefühl im Zug war damals ganz anders", sagte Hans-Ruedi Schürch gegenüber dem Tages-Anzeiger.

Graf weist darauf hin, dass Schweizer Züge immer noch sehr sicher seien. "Im Zug ist es nicht gefährlicher als an anderen Orten, etwa in Einkaufszentren. In den Städten sind Bahnhöfe gegenwärtig die sichersten Plätze", sagt er. Zugreisenden empfiehlt Graf, "sich an einen Ort zu setzen, an dem man von anderen Passagieren gesehen wird. Wenn aufgrund anderer Passagiere ein ungutes Gefühl aufkommt, sollte man sich ein anderes Abteil suchen."

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