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Auftakt gegen die Tschechen

Etwas ratlos geht die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft unter Coach Krueger (links) an die WM.

(Keystone)

Im Vorfeld der Eishockey-WM in Schweden spricht im Schweizer Team niemand von einer Medaille. Die Viertelfinals sind für das Team von Ralph Krueger das Ziel.

Bewährung folgt später

Die zentralen Spiele folgen jedoch nach demjenigen gegen die Tschechische Republik: Am Sonntag treffen die Schweizer auf Deutschland, das an der letzten Weltmeisterschaft und bei Olympia in Salt Lake City auf Kosten der Schweiz jeweils die Viertelfinals erreichte.

Und spätestens am Montag muss gegen Japan die Qualifikation für die Zwischenrunde sichergestellt werden. Die Asiaten nehmen seit 1998 mit einer "Wildcard" an der WM teil und haben erst einmal einen Punkt gewonnen: Letztes Jahr in Deutschland erreichten sie in der Abstiegsrunde im unbedeutenden Schlussspiel gegen Norwegen ein 3:3.

Ein Sieg über Japan genügt der Schweiz, um die Zwischenrunde zu erreichen und allfällige Abstiegssorgen los zu werden.

Was liegt drin?

Da ein Abstieg bei dieser Konstellation für das Schweizer Hockey kein Thema sein darf, stellt sich die Frage, was die "Eisgenossen" in Skandinavien erreichen können.

Wegweisende Bedeutung kommt der Partie gegen Deutschland zu, da die dort gewonnenen oder verlorenen Punkte in die Zwischenrunde mitgenommen werden. In der zweiten Phase treffen die Teams der Schweizer Vorrunden-Gruppe auf Kanada, die USA und Lettland.

Vier von sechs Teams erreichen daraufhin die Viertelfinals. Fazit: Es ist zwar für das Schweizer Team so einfach wie noch nie, die Zwischenrunde zu erreichen, dort aber wird das Pensum mit drei Grossen (Tschechien, Kanada, USA) plus Deutschland und Lettland als direkten Gegnern um Platz 4 happig.

Nur noch drei Verteidiger von 2001

Diese Ausgangslage ist aber nicht der Grund, dass sich der ansonsten Optimismus versprühende Ralph Krueger diesmal vorsichtig und vornehm zurückhält.

Die Mannschaft wurde, gezwungenermassen, radikal umformiert und verjüngt. Von den acht WM-Verteidigern des Vorjahrs sind diesmal bloss drei noch dabei (oder vier, falls Julien Vauclair das WM-Team schafft). Ralph Krueger sagt, dass er kein einfaches Spiel - und zwar gegen keinen Gegner - erwartet.

Er sagt jedoch auch: "Meine Erwartungen sind nicht weniger hoch als vor früheren WM - nur behalte ich sie diesmal für mich..."

Die Turbulenzen seit Salt Lake City sind zweifellos nicht spurlos am Nationalcoach vorbeigegangen. Im Rummel ums Olympia-Scheitern, um Reto von Arx, Absagen und Nichtnominationen fühlte sich Krueger von einzelnen Medien unfair behandelt - und zog sich als Konsequenz aus der Öffentlichkeit zurück.

"Ich weiss seit Salt Lake City, dass es nicht immer gut ist, alles offen auf den Tisch zu legen", so Krueger. "Ich habe andererseits auch noch nie so klar wie nach Olympia gesehen, was es braucht, um ein Nationalspieler zu sein."

Kruegers Umdenken

Es fand bei Krueger ein Umdenken statt, dessen prominentestes Opfer André Rötheli wurde. Noch auf dem Rückflug von Salt Lake City diskutierte Krueger ausführlich mit Rötheli über die Nati-Zukunft.

Krueger sah Ende Februar in Rötheli gar den möglichen Teamleader, den es in seinen Nationalteams zuvor nie gegeben hatte. Anderthalb Monate später wurde Rötheli wohl für immer aus dem Nationalteam ausgeladen.

In der neuen Mannschaft, in der es vor allem um die Bereitschaft geht, das (defensive) System spielen zu wollen, fand sich für den Topskorer dieser Nationalmannschafts-Saison kein Platz mehr.

Wie 1998 und 1999

Ralph Krueger zog in den vergangenen Tagen oftmals den Vergleich zu 1998, als er die Mannschaft seines Vorgängers Simon Schenk auch radikal umformiert hatte.

Damals bewegten sich die Schweizer an der Heim-WM auf einem schmalen Grat zwischen Abstieg (der bis drei Minuten vor Schluss des Frankreich-Spiels und bis zu zwei späten Jenni-Toren drohte) und dem finalen 4. Rang.

Noch zutreffender und wohl auch realistischer ist indes ein Vergleich der Schweizer WM-Teams von 1999 und 2002: Nur vor drei Jahren nach Norwegen reiste die Schweiz mit einer noch jüngeren Equipe an als diesmal (2002: 24,27 Jahre. 1999: 23,54 Jahre). Mit Siegen über Lettland und Frankreich wurde vor drei Jahren in Norwegen die Zwischenrunde erreicht; gegen die Grossen setzte es aber ausnahmslos deutliche Niederlagen ab.

Krueger unbestritten

Erfolge an der WM in Schweden führen für das Schweizer Team mit zehn Spielern mit Jahrgang 80 oder jünger ausschliesslich über Kampf, Einsatz und defensive Disziplin.

Weltklasse-Leistungen von dem als Nummer 1 gesetzten Torhüter Martin Gerber wären hilfreich und sind erwünscht. Krueger: "Diese junge Mannschaft hat eine aufregende Zukunft vor sich. Aber an dieser WM dürfen wir noch nicht jeden Tag von ihr ein Wunder erwarten."

Klar ist, dass die Zukunft der Nationalmannschaft - "komme, was wolle" (Zitat SEHV-Präsident Werner Kohler) - mit jener von Ralph Krueger eng verbunden bleibt.

Kohler: "Wir haben mit Krueger einen Vertrag bis 2006 abgeschlossen, mit dem Ziel, bis dann mit den Spitzenteams mithalten zu können. Wir haben an den Olympischen Spielen unser Ziel nicht erreicht.

"Aber es war uns klar, dass es bis 2006 Rückschläge geben und mehr als einen Verjüngungsprozess brauchen wird." Auch Auflagen, mit gewissen Spielern einen Rank finden zu müssen, erhält Krueger nicht. Kohler will aber nach der WM die verschiedenen Exponenten für klärende Gespräche an einen Tisch bringen.

swissinfo und Rolf Bichsel (Si)

Nun die Bewährung

Die zentralen Spiele folgen jedoch nach demjenigen gegen die Tschechische Republik: Am Sonntag treffen die Schweizer auf Deutschland, das an der letzten Weltmeisterschaft und bei Olympia in Salt Lake City auf Kosten der Schweiz jeweils die Viertelfinals erreichte.

Und spätestens am Montag muss gegen Japan die Qualifikation für die Zwischenrunde sichergestellt werden. Die Asiaten nehmen seit 1998 mit einer "Wildcard" an der WM teil und haben erst einmal einen Punkt gewonnen: Letztes Jahr in Deutschland erreichten sie in der Abstiegsrunde im unbedeutenden Schlussspiel gegen Norwegen ein 3:3.

Ein Sieg über Japan genügt der Schweiz, um die Zwischenrunde zu erreichen und allfällige Abstiegssorgen los zu werden.

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